Dienstags im Koi - der Podcast von kulturmanagement.net
Im Podcast "Dienstags im Koi" bespricht die Redaktion von Kultur Management Network einmal im Monat aktuelle Kulturmanagement-Themen. Julia Jakob, die Chefredakteurin des Magazins, und Kristin Oswald, die Leiterin der Online-Redaktion, teilen darin ihre Gedanken zu Entwicklungen im Kulturbetrieb.
Seit der Pandemie arbeitet das Team von Kultur Management Network vor allem im Homeoffice. Nur der Dienstag ist der feste Bürotag und das bedeutet auch: Wir gehen zum Mittagessen ins Koi7, unser Weimarer Lieblingsrestaurant. Der Name Koi7 geht auf das altgriechische Wort Koine zurück, das gemeinsame Sprache bedeutet. Dazu passend besprechen wir im Koi7, was gerade in der Welt und im Kulturbetrieb passiert. Was läge also näher, als einen Podcast danach zu benennen?
Wie unsere Mittagspausen im Koi7 ist auch der Podcast ein Plausch, hier zwischen Jule und Kristin, hin und wieder begleitet von unserem Chef Dirk Schütz oder anderen Teammitgliedern. In den bisherigen, vor allem textgebundenen Formaten der Redaktion gab es keinen Platz für diese Gespräche. In "Dienstags in Koi" teilen Jule und Kristin ihre jahrelangen Erfahrungen und ihr Wissen über den Kulturbereich, ordnen aktuelle Themen ein und geben Einblicke in ihren Redaktionsalltag. Zudem veröffentlichen wir im Podcast Interviews, die die Redaktionsdamen mit Kulturschaffenden führen. Damit ist "Dienstags im Koi" einer der wenigen redaktionellen, spartenübergreifenden Kulturmanagement-Podcasts.
Unser Podcast “Dienstags im Koi” und die redaktionellen Inhalte auf unserer Website sind für unsere Hörer*innen und User*innen kostenlos. Dennoch braucht all das viel Liebe und Zeit. Deshalb freuen wir uns über jede finanzielle Unterstützung. Dafür habt ihr zwei Möglichkeiten:
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Ein Podcast der KM Kulturmanagement Network GmbH.
Dienstags im Koi - der Podcast von kulturmanagement.net
Folge 1: Bewerbung schreiben, Tagungsmarathon und Arbeitsbedingungen
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In dieser 1. Folge von „Dienstags im Koi – ein Podcast von kulturmanagement.net“ sprechen Kristin Oswald (Leiterin Online-Redaktion) und Julia Jakob (Chefredakteurin KMN Magazin) mit ihrem Sidekick (und Geschäftsführer) Dirk Schütz über das erste KMN-interne Leitfadenprojekt zum Thema „Bewerbungen“. Außerdem ging es um den Auftakt des herbstlichen Tagungsmarathons, in dem sich Redaktion befindet. Die Folge wurde bereits am 10.10.23 aufgezeichnet.
Inhaltliche Korrektur: Maxa Zoller (eine der Referent*innen der KulturMut Convention) ist künstlerische Leiterin des Internationalen Frauen Film Fests.
Lob, konstruktive Kritik und andere Rückmeldungen gern an redaktion@kulturmanagement.net.
Sprecherin: Anne Dietzmann
Produktion: Olivier Marchal
Linkliste zum Besprochenen in dieser Folge
Leitfadenpaket „Erfolgreich bewerben!“: https://www.kulturmanagement.net/Downloads/Gesamtpaket-Erfolgreich-bewerben-inkl-Zusaetze,34
KulturMut Convention: https://www.kik-wb.de/kulturmut-convention-2023/
Nachbericht zur KulturMut Convention: https://bit.ly/Review_KulturMut2023
Umfassendere Definition zu Sozialer Nachhaltigkeit: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/soziale-nachhaltigkeit-53451
Van Magazin: https://van-magazin.de/
Digital Culture Summit: https://pausanio.com/digital-culture-summit-2023/
Jahrestagung Fachverband Kulturmanagement: https://www.fachverband-kulturmanagement.org/jahrestagung2023/
Ich bin Hanna: https://ichbinhanna.wordpress.com/
Transkription der Folge: https://www.buzzsprout.com/2204591/episodes/13835100-folge-1-bewerbung-schreiben-tagungsmarathon-und-arbeitsbedingungen
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Podcast, Folge 1
Intro
Ihr hört Dienstags im Koi, der Podcast von kulturmanagement.net mit Kristin Oswald und Julia Jakob im monatlichen Gespräch über die Kulturwelt. Hallo liebe Hörende, zu unserer ersten Podcast-Folge von Dienstags im Koi, ein Podcast von Kulturmanagement Network. Ich bin Julia Jakob und freue mich, dass ihr und Sie alle so zahlreich zugeschaltet habt.
Julia Jakob
Wir gehen einfach mal davon aus. Und neben mir sitzen meine Kollegin Kristin Oswald, die Leiterin der Online-Redaktion von kulturmanagement.net und unser Geschäftsführer Dirk Schütz, der uns in den nächsten Podcast-Folgen hoffentlich auch immer wieder als Sidekick beehren wird. Vielleicht kurz zum Einstieg auch noch ein paar Sätze dazu, warum wir jetzt ausgerechnet auch noch einen Podcast machen.
Prinzipiell haben Kristin und ich darüber schon seit einigen Jahren nachgedacht, aber immer wieder nicht die nötige Kapazität gehabt. Dann kam die Corona-Pandemie und wir hätten zwar sicherlich auch mit einem Audio-Format unsere digitalen Angebote noch weiter ergänzen können, aber wie das immer so ist in so kleinen Teams, ist das natürlich auch eine Frage von Man- oder Women-Power in unserem Fall. Dann hat sich das einfach nicht ergeben, bis wir jetzt mit unserem wissenschaftlichen Mitarbeiter Olivier jemanden haben, der sich sowohl mit Audio- als auch mit visuellen Formaten sehr gut auskennt, weil er europäische Medienkultur im Bachelor studiert hat. Eine seiner ersten Amtshandlungen bei uns war, eine Podcast-Strategie aufzustellen, mit der wir jetzt ganz happy sind. Neben dieser Podcast-Folge, die einmal im Monat rauskommen wird, in dem Kristin und ich hier ein Gespräch führen mit Dirk als eventueller Sidekick, wird es außerdem noch Audio-Mitschnitte geben, die wir für Interviews geführt haben und die dann jetzt sozusagen zweitverwerten können. Vielleicht willst du dazu noch was sagen, Kristin?
Kristin Oswald
Genau, auch von mir Herzlich Willkommen in unserem Podcast. Ich freue mich sehr und bin gespannt, auch wie euer Feedback ist. Wir sind sehr gespannt, auch was ihr dazu sagt, an unseren Gesprächen teilzuhaben, die, glaube ich, noch mal ein anderes Bild davon vermitteln, wie wir eigentlich in der Redaktion arbeiten, miteinander sprechen, wie Themen entstehen und Ansätze, als man das nur vielleicht mitbekommt, wenn man das liest, was am Ende dabei rauskommt. Also die Beiträge, die Magazinausgaben und alles andere, was wir so tun. Die Idee war, dass wir also zum einen die Gespräche, die wir in der Redaktion führen, in diesem Podcast ein bisschen aufgreifen, begleiten und dass wir auch damit die Gelegenheit haben, aktuelle Themen zu besprechen, weil wir dafür in der Redaktion oft nur bedingt den Raum haben, sowohl zeitlich als auch was das Format angeht. Warum wir nun auch Interviews und vor allem also Interviews, die auch schon gegebenenfalls ein bisschen älter sind, nochmal mitveröffentlichen wollen, dafür gibt es eigentlich mehrere Gründe. Der eine ist, dass wir gemerkt haben in den Jahren der Redaktionsarbeit, dass sehr viele Themen eigentlich nicht verjähren im Kulturmanagement oder dass es mitunter sehr lange dauert, bis Strukturen sich so stark verändert haben, dass beispielsweise ein Interview an Relevanz verliert. Und wir haben im Laufe der Jahre viele sehr gute Interviews geführt, die wir aus Platzgründen im Magazin und auf der Website oft aber nur gekürzt veröffentlichen können. Und somit möchten wir zum einen diesen Gesprächen noch mal Raum geben, die unserer Meinung nach sehr wichtig waren, aber vielleicht eben schon etwas älter sind und zum anderen sie aber auch einmal in Gänze präsentieren und damit vielleicht noch mal Seitenaspekte vertiefen oder Beispiele aufgreifen, die dann in der verschriftlichen Form aufgrund der Länge einfach nicht dargestellt werden können. Und zudem gehen wir tatsächlich nicht davon aus, dass all unsere Leser*innen auch den Podcast hören oder all unsere Podcast-Hörer*innen auch alles lesen, was wir in Textform publizieren. Und so nehmen wir quasi ein bisschen vorwegzusagen, ihr könnt euch mehr das Format wählen, das euch am liebsten ist oder das ihr besser in euren Alltag einbauen könnt und verpasst trotzdem keinerlei Inhalte und Themen, mit denen wir uns beschäftigen. Was wir vielleicht noch ergänzend zu diesem Gesprächsformat, dass wir jetzt gerade hier als erste Folge publizieren, auch noch sagen sollten, die Folgen sind natürlich nie tagesaktuell, sondern wir produzieren bestenfalls zwei bis drei Wochen im Vorfeld, bevor eine Podcast-Folge jetzt rauskommt. Das vielleicht noch so als Transparenzhinweis, dass wenn wir Dinge besprechen und sich dann vielleicht innerhalb der Bearbeitungswochen, die dazwischen liegen, zwischen Aufnahme und Veröffentlichung, wenn dann noch andere Dinge im Kulturbetrieb passieren, dann können wir die natürlich einfach nicht immer mit aufgreifen, aber das ist vielleicht auch okay. Dirk, wie denkst du denn über den Podcast?
Dirk Schütz
Ja, ich freue mich, dass es losgeht und dass wir damit auch noch einen neuen Kanal eröffnen. Für viele Zuhörer*innen ist es vielleicht nicht so präsent. Wir haben dieses Jahr das 20-jährige Jubiläum bzw. das 20-jährige Bestehen unserer Firma Kultur Management Network. Die Website gibt es schon viel länger, 27 Jahre. Und wenn ich so zurückgucke, wie wir uns sowohl technologische Entwicklungen als auch generell managementrelevante Themen und deren Entwicklung in den letzten zwei Jahrzehnten angenommen haben und damit beschäftigt haben, waren wir eigentlich immer relativ weit vorne und manchmal auch zu weit vorne. (5:48 - 6:26) Das gab es auch durchaus. Und jetzt in dem Fall sind wir vielleicht nicht die first mover, aber wir haben auch immer in unserer Entwicklung geschaut, wie sich Dinge erst mal entwickeln, wie die angenommen werden, was das bedeuten kann auch für unsere Leser*innen, für unsere jetzt Hörer*innen und bereiten das dementsprechend vor und starten dann erst, was ich gar nicht so schlecht finde. Also von daher freue ich mich, was jetzt folgt und bin natürlich ganz stolz, dass ihr beide das dann auch übernehmt und ihr das dann auch mit Inhalten füllt und ich euch dann vielleicht auch ab und zu mal dann mit beispringen kann und irgendetwas erzählen kann, was spannend sein kann aus meiner Perspektive.
Julia Jakob
Ja und vielleicht erfahren wir so ja auch alle immer noch ein bisschen mehr aus dem jeweiligen Arbeitsalltag der anderen Personen, auch wenn wir ja sehr klein sind, aber nichtsdestotrotz gibt es ja doch Dinge, die uns glaube ich einfach auch als Kolleg*innen gar nicht so bewusst sind, wie das jetzt gerade für die andere Person sich eigentlich gestaltet.
Kristin
Zumal und ich glaube, das wissen viele vielleicht auch nicht, eigentlich alle Personen in unserem Team immer noch mal auch andere Jobs haben, andere Dinge machen, dadurch auch zusätzliche Erfahrungen sammeln. Die fließen immer mit ein in das, was wir tun, meistens indirekt, aber so können wir das vielleicht auch noch mal ein bisschen deutlicher zum Ausdruck bringen. Beispielsweise, dass Dirk ganz viel Beratungsarbeit macht, auch für Kulturorganisationen und Nicht-Kulturorganisationen und dadurch auch noch mal sehr oft eine ganz andere Perspektive beispielsweise in unseren Austausch bringen kann. Was wir unter anderem sehr stark gemerkt haben, als Dirk und ich zusammen den Leitfaden zum "Erfolgreich Bewerben" geschrieben haben und gemerkt haben, dass meine Perspektive eher aus der Sicht der Bewerber*innen, auch des Empowerments des Personals im Kulturbereich, dann doch mit Dirks Perspektive eben der Repräsentation der, was erwartet die Organisation quasi, nicht aufeinander geprallt ist, aber wir gemerkt haben, dass wir da eben beide Perspektiven abbilden müssen, damit am Ende einfach ein rundes Ganzes dabei herauskommt.
Julia Jakob
Wie war das denn so generell für euch, das erste Mal einen Leitfaden für eine Publikation bei uns zu schreiben?
Dirk Schütz
Also für mich ist es dahingehend immer spannend, weil ich ja auch immer erlebe, wie meine Gedanken und das, was ich schreibe, wenn ich mal dann auch etwas schreibe, wie das dann lektoriert wird, wie das dann bearbeitet wird und das ist natürlich nicht immer einfach.
Trotzdem habe ich mich natürlich darauf eingestellt und bei dem Leitfaden „Erfolgreich Bewerben“ war es jetzt tatsächlich so, dass es für mich manchmal ein bisschen schwierig war, weil ich natürlich aus der Perspektive der Personalberatung, aus der ich das auch mitschreiben konnte und den Erfahrungen, die ich da gemacht habe, schon so eine Prozessdenke hatte, die natürlich auch mit dem Beratungsprozess zusammenhängt und auch viele Dinge erlebt habe und Kristin natürlich, zwar jetzt nicht mehr ganz nah aus der Bewerber*innenperspektive das schreiben konnte, aber schon auch anders herangegangen ist und wir uns erst mal austauschen mussten, was ist denn nun, was wollen wir denn nun inhaltlich machen und das bedeutet immer, dass jeder dann Kompromisse machen muss und dann man auch ein bisschen natürlich in ein Korsett gezwungen wird, was man vielleicht, wenn man frei schreiben würde, nicht hätte, aber sich dann darauf einlassen muss und im Nachhinein, wenn ich jetzt sehe, wie das Ganze dann zusammengekommen ist, auch sehr stringent, sehr im wirklichen kurzen Zeitraum dann realisiert wurde, was für mich wirklich sehr herausfordernd immer ist, wenn ich solche Korsetts habe, aber eben wirklich gut war, dass wir dann auch so schnell damit rauskommen konnten. Das ist doch ein ganz gelungenes Werk geworden und ich glaube, dass mehrere Perspektiven da einfließen, also sowohl die Perspektive aus Sicht einer Bewerberin, eines Bewerbers als auch von Organisation oder dann nochmal aus der dritten Perspektive eines Beraters, Vermittlers, der quasi zwischen beiden Welten dann auch vermittelt. Das, glaube ich, ist ein ganz großer Vorteil auch dieses Leitfadens, denn in dieser Art wird man das, glaube ich, für den Kulturbereich zumindest erst mal nicht finden.
Julia Jakob
Ja, vielleicht können uns ja da auch Hörer*innen, die diesen Leitfaden schon gekauft haben und auch schon für eventuelle Bewerbungen genutzt haben, einfach Feedback geben, weil das ist ja auch etwas, was wir leider nur sehr selten bekommen, aber was sehr hilfreich für uns ist, um dann eben weitere redaktionelle Inhalte auch einfach an den Bedürfnissen der jeweiligen Nutzer*innenschaft auszurichten. Und für alle, die jetzt neugierig geworden sind und den Leitfaden bisher verpasst haben, verlinken wir das natürlich auch in den Show Notes.
Kristin
Genau, also für mich war das eigentlich schon lange irgendwie so ein Herzensanliegen, so einen Leitfaden zum Thema Bewerben zu schreiben.
Zum einen, weil ich selbst noch vor inzwischen sehr vielen Jahren nach dem Studium mir das wahnsinnig schwer gefallen ist im Studium selbst. Ich habe ein klassisches geisteswissenschaftliches Studium absolviert, da haben wir das nie gelernt. Und ich hatte dann jemanden, der sich mit mir hingesetzt hat und gesagt hat, Kristin, pass auf, diese Bewerbung, die du schreibst, das hat nichts mit der Person zu tun, die du bist und ich zeige dir jetzt mal, wie man das quasi konkret umsetzt.
Und deswegen war meine Idee dabei eben auch, dass diese häufig sehr abstrakten Anleitungen, die es gibt zum Bewerbungsschreiben, für viele und gerade für viele, glaube ich, aus dem Kultur- und Geisteswissenschaftsbereich einfach nicht hilfreich sind. Und dieses Anliegen zu sagen, wir machen das jetzt mal konkret an Beispielen, Schritt für Schritt, erklären nochmal Hintergründe, Herangehensweisen. Und ich glaube, da war es total wichtig, dass Dirk auch die Organisationsperspektive eingebracht hat, weil das ist unserer Erfahrung nach eine Perspektive, die vielen beim Bewerbungsschreiben nicht bewusst ist oder nicht klar ist, wie man das da einbringen kann.
Und im Laufe der Jahre habe ich also dann vielen anderen geholfen, Bewerbungen zu schreiben, Menschen aus verschiedensten Bereichen und habe eben genau dieselben Schwierigkeiten, die ich am Anfang hatte, da auch immer wieder gesehen. Inzwischen habe ich bei Kultur Management Network und in anderen Kontexten auch immer wieder Verfahren begleitet und war selbst Teil derjenigen, die dann ausgesucht haben, wer eine Stelle bekommt. Und da haben wir genau dieselben Dinge eigentlich immer wieder gesehen.
Und was ich persönlich ein bisschen traurig daran finde, ist, dass wenn Menschen, die vielleicht sehr gut sind in dem, was sie tun, aber einfach Schwierigkeiten damit haben, das in eine Bewerbung zu übersetzen, denen dann unter Umständen auch eine Chance entgeht, eine Stelle zu bekommen und gleichzeitig der Organisation oder uns natürlich auch als Unternehmen, wenn wir Personal suchen, vielleicht wir, ich will nicht sagen, falsche Entscheidungen treffen, aber Entscheidungen vielleicht anders getroffen hätten, wenn die Bewerbungen anders gewesen wären. Und von daher ist am Ende auch ein Brocken, kann man schon sagen, dabei rausgekommen. Aber wir hoffen natürlich, dass es etwas ist, das vielen Menschen hilft.
Und für uns wiederum diese Perspektive einzunehmen, etwas zu schreiben, was Menschen hilft, das versuchen wir immer. Aber das in Schritt für Schritt Anleitungen in ganz konkrete Anweisungen zu übertragen, war für uns auch ein sehr starker Lernprozess, auch im Hinblick dann auf die nächsten Leitfäden von anderen Autor*innen, die wir vielleicht, also die wir lektorieren, die wir überarbeiten. Und wo wir den Personen, die sie schreiben, natürlich auch mit Rat und Tat beiseite stehen wollen.
Und von daher war das für uns, glaube ich, eine sehr gute Übung, diesen Prozess einmal einfach für uns selbst zu durchlaufen und dann wieder anders auf das schauen zu können, wie es dann ist, wenn wir es eben mit anderen zusammen machen.
Julia Jako
Ja, und ich glaube, was man auch noch als wichtiges internes Feedback auch aus dem Lektoratsprozess ja mit reinnehmen kann, ich weiß, dass Sofia, unsere Werkstudentin, die den Leitfaden ja gemeinsam mit mir lektoriert hat, auch währenddessen meinte, sie fand das super hilfreich, einfach schon im Lektorat dann für sich bestimmte Dinge auch zu reflektieren, über bisherige Bewerbungsschreiben nachzudenken, auch zu schauen, okay, wie ist denn überhaupt mein, - ohne in dem Moment natürlich auf Bewerbungs- oder auf Stellensuche zu sein - wie ist denn mein eigener Lebenslauf aufgestellt, wo hat es bisher auch daran gehakt und was kann man da in Zukunft vielleicht noch mitnehmen. Und was ich persönlich auch gemerkt habe, wenn man sich dann mit Menschen aus seinem engeren Umfeld auch unterhält, die vielleicht gerade auf Stellensuche sind, aus einem ganz anderen Bereich kommen, kann man da halt auch super hilfreiche Tipps geben, so wie du es gerade auch meintest. Man kann dann auch sagen, versuch nicht alles reinzubringen, was du in deinem Leben bisher gemacht hast, das ist zwar super wichtig, aber fokussiere dich eher darauf, was du tatsächlich auch für weitere Stellen dann mitnehmen kannst und nicht jedes Projekt und jeder Vortrag und jede Hausarbeit, die man mal irgendwie gemacht hat.
Kristin Oswald
Und jede Tagung.
Dirk Schütz
Ja, ich glaube, ein ganz wichtiger Aspekt des Leitfadens ist eigentlich auch, dass er eben nicht nur für Menschen geschrieben ist, die sich jetzt bewerben müssen, wollen oder darüber nachdenken schon, sich woanders bewerben zu möchten, sondern dass das auch durchaus hilfreich für Studierende ist, weil sie eben auch durch den Leitfaden schon eine gewisse Denkanleitung bekommen, wie sie auch ihr Studium gestalten können, wie sie ihre Praktika gestalten können und wie daraus vielleicht auch ein nachvollziehbarer Anfangsweg in den Beruf, Berufseinstieg auch, wie daraus ein sinnvoller Weg wird.
Und ich hoffe eigentlich auch, auch wenn es natürlich Geld kostet für Studierende, dass vielleicht ein kleiner Hinderungsgrund ist, aber ich möchte die Studierenden wirklich ermutigen, auch da reinzuschauen und diesen Leitfaden zu nutzen, um ihren eigenen Weg schon während des Studiums, und da ist ja zum Beispiel der Übergang vom Bachelorstudium zum Masterstudium ein guter Zeitpunkt, darüber nachzudenken, wo möchte ich eigentlich hin, was habe ich eigentlich auch schon für Dinge erfahren und was kann ich auch, denn für viele Studierende ist das häufig ein Problem, für sich auch zu sagen, was habe ich denn als Know-how, was ich schon gesammelt habe, wie kann ich das auch nutzen und das ist ein ganz wichtiger Weg auch zu denken, wie ist das denn nutzbringend für eine Organisation und wie kann ich das vermitteln. Dann glaube ich, wenn man so denkt und das auch so lernt, dass man dann auch andere Entscheidungen für Praktika trifft und für Berufserfahrungen, die man nebenbei neben dem Studium sammelt, die einem dann hilfreicher erscheinen für den Einstieg in den Berufsweg.
Kristin Oswald
Gerade für Studierende ist es vielleicht ganz wichtig zu wissen, dass man diesen und alle andere Leitfäden auch über die Bibliotheken beziehen kann. Also wenn ihr feststellt, dass ihr Interesse an einem bestimmten Leitfaden habt, beispielsweise auch, weil ihr eine studentische Arbeit darüber schreibt, dann geht doch mal auf eure Bibliotheken, auf eure Lehrstuhlinhaber*innen zu und dann können die das quasi direkt bei uns kaufen, sodass ihr dann über eure Hochschulen auch den Zugriff dazu bekommt. Übrigens gilt das auch für alle, die in Institutionen arbeiten, die eine Bibliothek haben. Also auch darüber ist das ein Weg, beziehungsweise natürlich grundsätzlich dann über die Institution.
Und vielleicht noch als letzter Hinweis, der Bewerbungsleitfaden und gegebenenfalls auch die anderen sind vielleicht auch möglich, dass euch das Arbeitsamt, die Arbeitsagentur, falls ihr gerade in einer Arbeitslosigkeit seid, das Refinanzieren, das heißt euch das Geld zurückerstatten, weil es eben etwas sehr bewerbungsspezifisches ist. Das heißt, das Thema Geld kann darüber gegebenenfalls, wem es dann doch ein bisschen zu viel ist, aufgefangen werden. Das wollten wir nur noch mal mitgeben, weil es glaube ich viele auch nicht wissen. Auch zum Beispiel nicht wissen, dass eben die Arbeitsämter solche Dinge auch bezahlen, wenn man arbeitslos ist. Und damit beende ich den Werbeblog, im Übrigen auch für unsere Stellenmarktabos, aber es gilt für alle, für die das interessant ist. Genau, nun haben wir uns natürlich überlegt, unser erster Podcast.
Worüber wollen wir denn eigentlich sprechen? Was wollen wir euch eigentlich mitgeben? Und es ist so, dass für uns, wie wahrscheinlich auch für viele von euch, aktuell Tagungssaison ist. Als Redaktion sind wir natürlich bemüht, dass wir jedes Jahr ein relativ großes Spektrum an Tagungen mitnehmen. Das hat in den letzten Jahren aufgrund der Pandemie natürlich abgenommen, aber wir hatten durchaus Jahre zuvor, in denen wir verteilt auf gut 20 bis 25 Tagungen im Jahr durchaus mal waren. Jetzt geht es wieder los. Wir merken, dass in diesem Jahr ist es wieder deutlich mehr geworden als in den letzten Jahren. Und tatsächlich haben wir auch vor allem in den letzten zwei Monaten wieder sehr viele Konferenzen besucht. Und wir haben gedacht, wir geben euch zum Start in unserem Podcast einige Einblicke in das, was wir gehört haben in den letzten beiden Monaten. Aber auch ein bisschen Reflektion über das, was uns eigentlich auffällt, wenn es um das Thema Tagungen im Kontext auch von Entwicklung und Veränderungsprozessen im Kulturbereich geht. Und dann würde ich direkt an Jule übergeben, damit sie uns einmal einen kurzen Einblick gibt, auf welchen Tagungen warst du in letzter Zeit und was hast du daraus mitgenommen?
Julia Jakob
Genau, also ich war Mitte September vom 14. bis zum 15. – die Tagung selber lief noch bis zum 16. September – in Köln auf der Kulturmut Convention des Kölner Instituts für Kulturarbeit und Weiterbildung. Dort waren wir Medienpartner. Und es war eine sehr kleine, dadurch auch recht familiär wirkende Tagung, die sich dieses Mal mit dem Thema soziale Nachhaltigkeit im Kulturbetrieb beschäftigt hat. Da war es mir auch aufgefallen, dass wenn wir über Nachhaltigkeit sprechen, auch wir selbst in unserem redaktionellen Alltag, man natürlich immer wieder die ökologische Perspektive betrachtet, einfach weil dieses Thema zum Glück eines ist, dass anders als die Digitalisierung im Kulturbetrieb ja jetzt doch sehr viel ernster genommen wurde, auch viel mehr dann tatsächlich auch in der Umsetzung, wenn es um Transformationsprozesse geht, eingebracht wird. Das ist so meine subjektive Wahrnehmung. Und gleichzeitig aber die soziale Komponente eine ist, die bisher noch zu wenig Betrachtung findet. Deswegen fand ich das richtig cool, dass die Veranstalter*innen in der Kulturmut Convention sich dem Thema angenommen haben. Für sie spielt natürlich auch immer eine Rolle, wie man mutig sein kann oder inwieweit Mut für gewisse Themen gebraucht wird, um sie dann auch voranzubringen. Der Claim dieses Mal war auch, den Kulturbetrieb oder die Kultur für morgen gestalten. Und das ist ja insbesondere mit dem Thema soziale Nachhaltigkeit auch einfach etwas, das uns alle betrifft.
Kristin Oswald
Jule, kannst du für unsere Hörer*innen nochmal erklären, was soziale Nachhaltigkeit meint?
Julia Jakob
Soziale Nachhaltigkeit meint, für alle Lebens- und Arbeitsbedingungen zu schaffen, sodass man nicht prekär lebt und arbeitet, sondern der Mensch an der Stelle im Fokus steht, man keine finanziellen Hürden hat, aber auch ansonsten von nichts negativ beeinflusst wird in seinem Dasein.
Kristin Oswald
Das ist natürlich gerade im Kulturbereich ein Riesenthema.
Julia Jakob: Ja, total.
Kristin Oswald
Wahrscheinlich eines der Themen, würde ich vermuten, die die meisten Kulturschaffenden am stärksten eigentlich umtreibt und die sicherlich auch für die größte Unzufriedenheit sorgt. Das Thema der ewigen Befristung, der schlechten Bezahlung des Prekariats, der Unsicherheit, an die ja so viele Probleme auch geknüpft sind. Also das fängt ja an bei der Familienplanung, bei Rente, bei wie komme ich eigentlich über die Runden und ist verbunden mit dieser ewigen Mentalität, der Aufopferung dieser Idee, dass man eben, wenn man Kultur machen möchte, dafür auch anderes im Zweifelsfall opfern muss.
Und ich persönlich muss sagen, dass ich da wirklich ein riesengroßes Problem mit habe, weil so diese Idee, für die Kunst, für die Kultur muss man im Zweifelsfall bereit sein, alles zu geben, weil es ja so eine Ehre ist, sich für mich dann immer die Frage stellt, ja, aber die Kunst oder die Kultur kann ja nicht über den Menschen stehen. Also es kann ja ohne Menschen zum einen keine Kultur geben, also Menschen im großen Sinne als Gesellschaft, aber natürlich auch einfach als Kulturschaffende. Aber es kann ja auch nicht sein, dass wir sagen, die Kunst ist wichtiger als das Wohl derjenigen, die sie machen.
Und damit habe ich ein Riesenproblem, das zu sagen, also dass es so ist. Zum einen, weil die Leute, die im Kulturbereich arbeiten, zum allergrößten Teil sehr gut ausgebildet sind, wahnsinnig viel mitbringen, durchaus bereit sind, sehr viel zu leisten. Aber das eben, und das ist natürlich auch ein Problem innerhalb der Organisation, dass das oft einfach nicht anerkannt wird.
Und nicht nur nicht, weil es zum Beispiel nur befristete Verträge gibt, sondern weil es auch einfach als selbstverständlich hingenommen wird, dass man Dinge tut. Ich zum Beispiel war sehr überrascht, als ich kürzlich, ich glaube, beim VAN Magazin gelesen habe, dass es nur ein einziges Theater scheinbar in Deutschland gibt, bei dem die Probenzeiten unter der Woche auf 9 bis 16 Uhr beschränkt sind, damit einfach die Leute in der Lage sind, Familie zu haben, die Schauspieler*innen und das ganze Team. Und also, dass das als besonders, als herausstechend dargestellt wird, das ist was, also da bin ich immer so wirklich ratlos und frage mich, in was für einem Kontext wir eigentlich leben und arbeiten, in dem irgendwie gesagt wird, ja, ihr kriegt jetzt Planungssicherheit für zwei Wochen und zwar in einem Rahmen von acht Stunden am Tag. Das ist so, wow, das haben wir in anderen Bereichen seit 100 Jahren. Da ist es vielleicht nicht acht Stunden am Tag, aber da ist es völlig normal. Und im Kulturbereich gilt es als besonders, gilt es als besonders, wenn ich mal einen Fünfjahresvertrag anstatt nur einen Zweijahresvertrag oder gar einen Einjahresvertrag bekomme.
Und all das wurde lange als völlig normal hingenommen und damit habe ich persönlich wirklich ein Riesenproblem. Und ich finde es umso wichtiger, dass sich das jetzt ändert und das ist gerade auch mit den jüngeren Generationen, wobei ich es wirklich schwierig finde, mich selbst noch als jüngere Generation zu bezeichnen inzwischen. Aber es wird ja immer so gern so gesagt, mit den jüngeren Generationen, dass ich finde, einfach auch die Erwartungshaltung sich verändert, zu sagen, wir leisten, aber wir wollen auch sowohl die Anerkennung im Sinne der Arbeitskultur, im Sinne eines guten Miteinanders, im Sinne einer Rücksichtnahme auch auf Privates, aber eben auch im Sinne von einfach Geld, Rahmenbedingungen, ordentlichen Arbeitsverträgen.
Und für mich, muss ich ehrlich sagen, läuft es hinaus, glaube ich, auf, wenn sich da nichts ändert, wenn da nicht die Führungskräfte andere Umgangsweisen entwickeln, wenn nicht die Träger, die Verwaltungen verstehen, dass sie in dieser Art nicht weitermachen können, dann wird es Kultur, zumindest öffentlich beförderte Hochkulturinstitutionen, in diesem Sinne, so wie sie heute sind, nicht mehr geben. Dann werden sie sich einfach rapide verkleinern und verändern, wenn niemand mehr da ist, der in ihnen arbeiten möchte. Und ich muss ehrlich sagen, vielleicht ist das auch wichtig, dass es so ist, wenn es denn sonst auf Ausbeutung und darauf basiert, dass Leute vielleicht, die eine Familie möchten, das nicht tun, weil sie ja sonst nicht mehr in Betrieb arbeiten können, dass irgendwie Leute auf die Unterstützung ihrer Partner*innen, ihrer Familien angewiesen sind, um überhaupt im Kulturbereich arbeiten zu können.
Und da muss ich mich schon fragen und finde ich, müssen wir uns alle fragen, ist es das dann tatsächlich wert? So, jetzt habe ich einen riesengroßen Rahmen weg von der Tagung erzählt, aber Jule wird bestimmt nochmal zurückkommen.
Julia Jakob
Ja, genau. Und das sind genau auch Fragestellungen gewesen beziehungsweise Missstände, die sich eben auch die Macher in der Kulturmode-Convention total bewusst sind und versucht haben, das Thema an der Stelle eben von verschiedenen Perspektiven zu betrachten.
Am ersten Tagungsabend, also die Tagung fing am 14. September, erst am Abend an, hat Nanette Snoep, die Direktorin des Rautenstrauch-Joest-Museums, einen sehr empowernden Vortrag darüber gehalten, wie Transformationsprozesse hinsichtlich der postkolonialen Debatten in Kultureinrichtungen, öffentlich geförderten Kultureinrichtungen, in Zukunft besser laufen können, indem man auch das Publikum mit einbezieht und aber auch Menschen, die eben von postkolonialen Diskursen durch eine koloniale Vergangenheit mit betroffen sind und hat da aus ihrem eigenen Schaffen erzählt. Am zweiten Tag ging es weiter mit Georg Blokus, dem Direktor des Berliner Büros von European Alternatives, der zum einen einen Vortrag zum Thema Klassismus in der Kulturarbeit und wie man klassistische Strukturen abbauen kann, gehalten hat und dann aber auch in einen sehr offenen Workshop mit allen Teilnehmenden gegangen ist.
Und am letzten Tag, das weiß ich leider nur von Sofia, weil ich selber nicht mehr mit da war, ging es dann tatsächlich darum, in Werkstattgesprächen herauszufinden, wie man es schafft, sozialere Bedingungen für die Kulturarbeit in der Praxis umzusetzen. Und da eben auch angefangen vom Thema, wie lässt sich Kulturarbeit mit Familiengründung vereinbaren oder einfach schon eine Familie zu haben, bis hin aber auch zu dem Thema, wie wir gerechtere Arbeitsbedingungen für alle schaffen und aber auch das Thema, wie wir eine bessere Anerkennungskultur oder generell bessere Strukturen für das Ehrenamt im Kulturbereich schaffen können, weil auch das natürlich etwas ist, dass der Kulturbetrieb nicht verzichten kann und das alles ja aber Themen sind, die ja irgendwie als selbstverständlich gehandelt werden, aber in der Praxis, im praktischen Arbeiten im Kulturbetrieb nicht möglich sind. Und dort haben dann die Referentinnen Laura Oetzel von Verdi, Maxa Zoller vom IFF Düsseldorf und Isa Wesserkan vom Integrationshaus e.V. anscheinend auch sehr viel spannenden Input gegeben, den wir noch näher dann in unserem Tagungsrückblick auch veröffentlichen werden.
Kristin Oswald
Nun wird ja Kulturmanagement Network dieses Jahr 20 Jahre alt, was für viele glaublich unglaublich ist. Mir wurde letztens erst die Frage gestellt, ob es uns denn erst seit Kurzem gibt. Und natürlich ist Dirk als Gründer und Geschäftsführer schon die ganze Zeit dabei. Dirk, hast du das Gefühl, dass sich in Bezug auf dieses Thema auch der sozialen Nachhaltigkeit schon was verändert hat? Auch vielleicht so die Stimmung, die Mentalität im Kulturbetrieb?
Dirk Schütz
Ja und nein. Ich glaube, wir müssen erst mal eins geraderücken, wenn es darum geht, dass prekäre Arbeitssituationen diskutiert werden, dass das nicht unbedingt für alle gilt, die als Angestellte im Kulturbetrieb arbeiten. Die arbeiten unter den Bedingungen von den Tarifverträgen, die es dort gibt, die man sicher auch kritisieren kann, die auch reformbedürftig zum Teil auch sind, die manchmal auch an der Lebenswirklichkeit vorbeigehen, gerade wenn man zum Thema Digitalisierung schaut, wie dort Stellen ausgestattet sind, die wirklich es vielen, die gerne im Kulturbetrieb arbeiten wollten, schwer macht, dann dort tatsächlich zu arbeiten, weil sie einfach woanders viel, viel mehr Geld verdienen können auch.
Das, glaube ich, ist erst mal wichtig, dass man das nochmal unterscheidet und dass es eben vor allem um Leute geht, die als freie, als künstlerische Mitarbeiter*innen, projektorientiert usw. dann eben arbeiten und gerade bei Kulturmut eben auch in dieser, ich will es jetzt nicht Szene nennen, aber in diesem Kontext dann eben auch diskutiert wird und es wahrscheinlich, ich war jetzt leider nicht dort, aber ich kann es mir ganz gut vorstellen, eben von denen diskutiert wird, die betroffen sind. Und das Problem ist halt tatsächlich, und das sehe ich bei allen Tagungen, das können wir sicher auch bei den Tagungen, bei denen ich jetzt war, dann nochmal diskutieren, ist, dass diejenigen, die dort Verantwortung haben, und wir reden, seitdem das Kultur Management Network gegründet wurde, über das Thema Management, Führung, Leadership, das ist ein Dauerthema bei uns. Reden wir darüber. Und eben über das Loch, das es wirklich gibt. Weil einerseits sowohl die Ausbildungen in diesem Bereich ungenügend sind. Vielfach kommen Leute in Führungspositionen, die überhaupt keine Ausbildung zu Themen Führung, Umgang mit Personal und ähnlichem hatten. Und es gibt auch innerhalb der Laufbahnen dieser Personen wirklich wenige, die sich dort weitergebildet haben. Man bildet sich meistens „on the job“ weiter und wird damit konfrontiert oder macht es eben recht gut und findet da einen Weg für sich oder eben nicht. Wenn es eben nicht so ist, hat man eben diese Diskussionen auf den Foren, in denen darüber diskutiert wird.
Denn das, was ihr eben gerade angesprochen habt, sieht man. Es wird auf einem sehr abgehobenen Niveau im Moment über das Thema Transformation gesprochen. Thema Transformation gesprochen, in ganz vielen unterschiedlichen Bereichen, ob das Kulturpolitik, ob das die Lehrenden oder Auszubildenden sind; wer auch immer ist. Und ich glaube, dass dort ein großer Fehler ist, dass man für sich gar nicht wirklich klar darüber wird, welchen Transformationsbegriff man eigentlich nutzt. Und das, was ihr beschrieben habt, auch du, Kristin, eben gerade, was sich verändern wird, auch vom Druck von unten auch.
Über solche Transformationsprozesse wird dort, glaube ich, gar nicht nachgedacht, sondern man denkt vielleicht, man könnte etwas verändern. Und dann ist schon die Frage, ist denn Veränderung Transformation? Ich behaupte nein, sondern ich glaube, wir müssen grundsätzlich über Dinge in Kulturbetrieben nachdenken. Und wenn man Transformation wirklich ernst nimmt, sind da ganz, ganz andere Themen auch noch, die auf den Tisch kommen.
Und in der Zeit, die wir jetzt in den 20 Jahren auch immer wieder von außen den Kulturbetrieben und auch von innen betrachten konnten, sieht man halt sehr stark, dass die Interventionen immer von außen kamen, meistens. Es gibt auch gute Beispiele, es gibt ganz tolle Führungskräfte im Kulturbetrieb, die wirklich viel wollen, auf die man auch immer wieder trifft, aber die auch dann immer wieder darüber reden, welche Hürden sie haben, welche Hindernisse sie haben, dass sie dann nicht die Ansprechpartner haben, die auch aus der Kulturpolitik oder aus dem Förderbereich dann das gleiche Mindset haben und, und, und. Und manchmal klemmt es dann auch im Betrieb selbst, weil natürlich die Mitarbeitenden auch nicht immer sich transformieren und verändern wollen, sondern vielleicht zufrieden sind mit den Umständen, die sie haben.
Also die positiven Beispiele gibt es auch, aber ich glaube, im Moment ist der Kulturbetrieb, er diskutiert viel über Transformation, aber ihm ist wirklich nicht, glaube ich, wirklich bewusst, wohin er sich eigentlich transformiert oder transformiert werden wird. Und das merkt man auf den Tagungen. Und das große Dilemma ist, eigentlich müssten dort alle Leader, alle Leute, die Entscheider sind, dort auch zu finden sein. Und das findet man ganz, ganz wenig.
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Kristin Oswald
Natürlich gehen auf Tagungen immer die Leute, die sich für das Thema interessieren und nicht die Leute, die sich nicht für das Thema interessieren. Das ist ganz klar.
Und ich stimme dir auch total zu, dass man immer wieder quasi auf dieselben Positivbeispiele trifft, die aber natürlich angesichts des Umfangs des Kulturbetriebs nur einen sehr kleinen Bruchteil ausmachen. Und ich glaube, das muss man sich mal klar machen. Soweit ich weiß, gibt es da keine Hochrechnungen.
Aber wenn man allein 6.000 Museen, ich glaube es sind fast 7.000 inzwischen, mehrere hundert Theater, dazu kommen die Orchester, die freie Szene, die Soziokultur und natürlich die Kulturverwaltung in sämtlichen Kommunen, die Stiftungen. Wenn wir das alles mal hochrechnen, dann reden wir da, ich würde fast sagen über eine hohe sechsstellige Zahl an Menschen einfach, die das betrifft. Wenn wir dann auch noch an die Kreativwirtschaft mitdenken, sind einfach unglaublich viele Leute, die irgendwie in oder mit dem Kulturbetrieb arbeiten.
Und dann sind eben diese Beispiele immer nur ein Bruchteil. Aber die Frage ist ja, und die ist ja auch für uns total relevant, wie kann man das ändern? Und ich sehe da ja immer die Kulturpolitik so ein bisschen auch im Soll, also in dem, dass sie auch was anregen sollten, eigentlich vielleicht, was die Führungskräfte angeht und nicht nur was die Auswahl der Führungskräfte angeht, sondern eben auch was Erwartungen angeht. Und da reden wir zum Beispiel davon, dass zielorientiertes Arbeiten im Hinblick auf Führungskräfte im Kulturbetrieb, wenn es das überhaupt gibt, dann ist das tendenziell, ich sage mal, an künstlerischem Output orientiert.
Ich sehe das immer auch am Beispiel der Universitäten, wo das ja im Prinzip genauso ist. Auch Professuren werden vor allem nach der inhaltlichen Qualität besetzt und nicht nach dem anderen. Und wenn man dann mal da ist, dann kann man mehr oder weniger machen, was man möchte.
Und das finde ich in gewisser Weise problematisch. Nicht, weil man die Kunst irgendwie beschränken sollte, aber ich finde, man könnte eben durchaus Führungskräfte vertraglich dazu verpflichten, Weiterbildung zu machen. Man könnte als Träger sagen, passt auf, Nachhaltigkeit ist ein großes Thema.
Eure Führungskraft soll bitte auf Nachhaltigkeitstagungen gehen. Also da müsste quasi von der anderen Seite von oben durchaus noch mal eine Verpflichtung kommen. Weil anders, wie willst du die Leute dazu kriegen, auf eine Tagung zu gehen, von der sie selbst denken, dass sie ja für sie eigentlich nicht relevant ist oder weil sie so viel zu tun haben und das ist die andere Seite, dass sie vielleicht auch gar nicht die Zeit dafür haben, das zu tun.
Julia Jakob
Das wollte ich nämlich gerade auch sagen, die Zeit an der Stelle aufzubringen für etwas, das du zwar vielleicht in deinem Berufsalltag brauchen kannst, aber je nachdem, auf welcher Führungsebene du dich auch befindest, ist dann natürlich auch die Frage, ob du es dann auch wirklich umsetzen kannst oder weil du aus dem mittleren Management her kommst, so wie das beispielsweise, jetzt mache ich einen großen Sprung zurück, in das Jahr beim Deutschen Orchestertag der Pfeifer und man da auch gesehen hat, dass es dort viele Menschen gibt, die all diese Themen, die dort besprochen wurden, für den Alltag im Orchesterbüro beispielsweise, dass sie dann auch meinten, wir würden davon gerne sehr viel mehr mitnehmen in unserem Alltag, aber vieles davon lässt sich aufgrund der vorherrschenden Strukturen gar nicht umsetzen, weil nämlich die darüber stehenden Leitungsebenen von all dem nichts mitbekommen und es sehr schwer ist, dann aus dem mittleren Management das nach oben irgendwie durchzuboxen. Und was natürlich auch noch ein weiterer Aspekt ist, und da hatten wir letzte Woche auch schon so ein oder vorletzte Woche so ein kleineres Streitgespräch dazu, der finanzielle Aspekt. Wird dir so eine, also auch eine Tagung kann ja eine Weiterbildungsform sein, wird dir so etwas von deinem Arbeitgeber bezahlt, musst du es aus eigener Tasche bezahlen? Und das ist gerade für Menschen, und dann sind wir wieder bei der sozialen Nachhaltigkeit, die finanziell nicht gut aufgestellt sind, obwohl sie einen Vollzeitjob haben. Für Menschen in diesem Bereich sehr schwierig, wenn sie sich eigentlich weiterbilden wollen, auch weiterbilden müssten, um eben in der Karriere weiter voranzukommen, aber dafür weder die zeitlichen Ressourcen haben noch eben die finanziellen. Und wenn es ums Finanzielle geht, ist es einfach dann ein großes Problem, wenn du abwägen musst, okay, wenn ich mir jetzt Weiterbildung XY irgendwie leiste, dann bedeutet das aber, dass ich einfach in meinem Privatleben die nächsten Monate krasse Abstriche machen muss, weil ich mir dieses und jenes nicht mehr leisten kann.
Kristin Oswald
Und ganz oft ist es ja sogar so, dass selbst die Institutionen kein Budget haben, vielleicht noch für ein oder zwei Tagungen im Jahr, aber für wirkliche Weiterbildungen, die dann eben entsprechend auch mal teurer sind, wird es ja oft ja gar nicht vorgesehen, gar nicht eingeplant in die Jahreskalkulation. Und wenn ich dann überlege, wie zum Beispiel, Dirk, du warst beim Digital Culture Summit von Pausanio, wo es dann noch zusätzliche Masterclasses gibt, die natürlich gut und wichtig sind, aber dann ist es natürlich, wenn ich das noch zusätzlich bezahlen muss oder auch nur vorschießen muss mit meiner vielleicht halben Stelle, dann kann sowas einfach schon ein großes Problem sein.
Dirk, hast du das Gefühl gehabt beim Digital Culture Summit, dass es dort ähnlich war, also es wurden viele Probleme diskutiert, aber wenig Führungskräfte anwesend?
Dirk Schütz
Jain, was ich toll fand, also erstmal ist es spannend, auch für mich jetzt wieder auf Tagungen zu sein, nach der Corona-Zeit wirklich mit Menschen zusammenzutreffen, auch mal wirklich live mit Menschen zusammenzukommen, das ist schon mal toll und gerade bei Pausanio war es mir wichtig, auch dort zu sein, weil die auch ein Jubiläum gefeiert haben. Wir beobachten ja auch die Pausanio Akademie schon lange, auch die Inhalte, die sie dort vermitteln und deswegen habe ich mich einfach gefreut, da auch dabei zu sein, weil sie Jahrzehnjähriges mit dieser Tagung gefeiert haben. Und es war durchaus gut gemixt, also was ich sehr, sehr gelungen fand, war, dass man erstmal versucht hat, das Setting der ganzen Veranstaltung besonders zu machen, hat sich sehr viele Gedanken darüber gemacht, was man macht, wie man das Umfeld gestaltet, wie man einsteigt, also man hat ja „Fit für das Digitale“, war ja so ein bisschen der Claim, das hat man dann auch übersetzt in ein Bühnenbild, was mit Sportgeräten und anderen daherkam und es gab immer wieder auch Bewegungsinputs und ähnliches.
Das fand ich eigentlich ganz schön, weil es mal so von diesem normalen Tagungsalltag und Betrieb wegging, dann war es eine hybride Veranstaltung, was für Veranstalter auch im Moment nach wie vor schwierig ist. Viele versuchen ja wieder zurückzukommen zu den rein analogen Treffen vor Ort und streamen eben nicht. Der Nachteil ist für viele, und da sind wir wieder bei den Kosten, dass man natürlich zum Teil quer durch die Republik reisen muss, Übernachtungsfahrtkosten hat, wenn man da noch mit der Deutschen Bahn fährt, auch einige andere Herausforderungen noch bewältigen muss und es dann einfacher ist, auch teilzuhaben, indem man dann eben online dabei sein kann, was sicherlich nicht das vermittelt, was man vor Ort dann eben erfährt.
Aber gerade beim Digital Culture Summit war schön zu sehen, erstens, dass die Veranstalter und diejenigen, die das konzipiert haben, wirklich auch ein bisschen out of the box geguckt haben und denen das wichtig war, dass auch Leute dabei waren, die nicht aus dem Kulturbetrieb kamen, also nicht in der Blase diskutiert wurde, sondern wirklich von außen auch Unternehmerinnen und Unternehmer dabei waren, Leute, die in ganz anderen Kontexten arbeiten. Das fand ich total spannend und sehr, sehr angenehm. Es waren Führungskräfte dabei, mit Dr. Felicia Sternfeld ist ja die Präsidentin der ICOM auch dabei gewesen, hat ja auch ein Keynote dort gehalten, fand ich auch sehr ermutigend und ich erlebe sie ja sowieso immer als eine Person, die extrem neugierig ist, sehr viel aufsaugt, was es so an neuen Dingen gibt und das dann auch versucht, im Haus umzusetzen, was sicherlich nochmal, da gibt es ja dann immer die Diskussion drüber, auch ein bisschen andere Bedingungen als andere Häuser hat, aber bei der ganzen Diskussion eben auch um das Thema Geld oder dass man eben da auch Zeit und anderes investieren muss, geht es mir eben als Unternehmer auch immer so, dass ich sagen muss, ja, das ist ein bewusstes Investment, das man tätigen muss und wir reden über einen Kulturbetrieb, der nicht darunter leidet, dass er zu wenig Geld hat.
Vielleicht mag es an der einen oder anderen Stelle so sein, aber ich glaube, dass man genauso gut darüber nachdenken kann, wie wir es in unserem Unternehmen ja auch machen müssen, leisten wir uns die Weiterbildungen und die Tagungen und all das, wo wir hinfahren eigentlich oder leisten wir es uns nicht. Und dass man dann wirklich Entscheidungen treffen muss. Und umgekehrt, wenn man wirklich das nochmal weiter unternehmerischer denkt, die Gesellschaft investiert in den Kulturbetrieb für die Gesellschaft und das ist auch ein Auftrag, den man ernst nehmen muss, wenn man sagen möchte, also wir wollen auch Gesellschaft weiter gestalten, wir wollen die Veränderungen der Gesellschaft nicht nur aufnehmen, kommentieren, sondern da vielleicht im besten Falle, das ist ja auch ein Anspruch, den wir bei Kulturmanagement Network auch mit unserer Arbeit haben, den Kulturbetrieb zu befähigen, tatsächlich ganz vorne mit dabei zu sein bei gesellschaftlichen Veränderungen, Impulse zu geben, die wirklich professionell zu begleiten oder eben gesellschaftliche Umwälzungen herbeizuführen und eine Gesellschaft von morgen gestalten zu können, dass man dann eben auch sagt, wenn die Gesellschaft in uns investiert und wir Teil dessen sind, dann müssen wir auch darüber nachdenken, wo investieren wir denn auch in uns, dass wir genau diese Veränderungen und diese Entwicklung der Gesellschaft mit begleiten können.
Kristin Oswald:
Genau, also die Frage quasi, was der Kulturbetrieb in die Gesellschaft investiert, oder der Gesellschaft gibt, ist ja eine, die sehr stark diskutiert wird, die man aus sehr vielen verschiedenen Facetten betrachten kann. Dazu passend waren wir im letzten Monat bei der Tagung des Fachverbands Kulturmanagement, die erste Tagung des Fachverbands seit 2020 und es ging um kulturelle Teilhabe.
Ich selber war nur einen Tag da, aber Dirk und unsere Werkstudentin Sofia die anderen beiden Tage. Und auch kulturelle Teilhabe ist ja so ein Thema, für das sich sehr viele Menschen im Kulturbetrieb engagieren, das vielen sehr wichtig ist, dass man sich öffnet für neue Themen, neue Publika, neues Personal, dass man überhaupt erst mal für viele überhaupt erst mal über die Frage nachdenkt, wer hat denn Teil an Kultur und hier muss man, glaube ich, einschränkend sehr stark sagen an öffentlicher Hochkultur, denn wer Teil hat an Film, an Popmusik oder an Literatur, wird ja quasi in dem Kontext fast gar nicht diskutiert, sondern es geht ja eigentlich um die Institution und da spielt ja, finde ich, genau diese Frage mit rein, nämlich was geben wir eigentlich den Leuten und ja, abgesehen von einem Konzert oder einem Kunstwerk, sondern was sollen die Leute eigentlich aus dem mitnehmen, was wir ihnen geben und gleichzeitig, welche Bedürfnisse, welche Wünsche, welche Schwierigkeiten haben sie vielleicht, bei denen wir sie unterstützen können. Und von daher ist natürlich kulturelle Teilhabe auch ein wahnsinnig komplexes Thema, weil es auch, wenn man es wirklich im Kern ernst nimmt und umfassend versteht, ganz viel mit Transformation, mit Veränderung und mit Mindset zu tun hat, aber ja auch etwas ist, das in einer sich verändernden Gesellschaft eigentlich unumgänglich ist. Dirk, wie war denn dein Eindruck von der Tagung?
Dirk Schütz
Also erst mal muss man sagen, vom Setting her ganz anders als bei Pausanio. Also erst mal muss man sagen, vom Setting her ganz anders als bei Pausanio. Um nochmal kurz zurück auf Pausanio zu kommen, was ich dort gut fand, war, dass es auch moderiert war, dass versucht wurde, interaktiv zu gestalten, dass das Publikum direkt mit eingebunden wurde, man hat dort mit Umfragen gearbeitet, die sofort online auch beantwortet werden konnten und das war wirklich gelungen.
Nun mag der wissenschaftliche Kontext der Jahrestagung des Fachverbandes natürlich eher nahelegen, dass man mehr Frontalunterricht dort erlebt und so war es auch. Es war wirklich vom Programm her sehr ambitioniert, sehr breit aufgestellt, sehr viele Leute waren dort als Vortragende, auch durchaus spannende Vorträge. Was mir auch gefallen hat, durch die Zusammenarbeit mit dem Institut für kulturelle Teilhabeforschung ist da auch nochmal ein anderer Aspekt reingekommen, also diese Öffnung des Fachverbands hin auch in diese Richtung und das Einbinden vom Institut in Berlin war glaube ich wirklich gut und hat auch dazu geführt, dass nicht nur die klassischen Tagungsteilnehmer*innen der Fachverbandstagung da waren, sondern dass auch wirklich Leute dabei waren, die eben nichts mit dem Fachverband zu tun hatten. Das hat mir schon mal sehr gut gefallen, weil ich oft die Jahrestagung des Fachverbands als wirklich auch wieder in einer Blase stattfindende Diskussion für die Lehrenden und vielleicht noch für Studierende empfinde und das immer bedauere, wenn dieser Austausch zwischen Lehre und Praxis, zwischen Forschung und Praxis, Wissenschaft und Praxis nicht stattfindet. Das war dort auf jeden Fall gegeben, aber bei beiden Formaten hätte ich mir sogar noch mehr Dialog gewünscht. Wir arbeiten selber bei uns, wenn wir etwas machen, sehr viel mit dem Dialogischen Formaten, das kann man viel viel besser einbinden, das wird nach wie vor auf Tagungen nicht gemacht. Und bei der Fachverbandstagung hat mich ein wenig ernüchtert, muss ich sagen, was dann tatsächlich als Ergebnisse der Forschung präsentiert wurde.
Also wie wenig sich bewegt im Erreichen neuer Zielgruppen, im Vergrößern der Publika und so weiter. Und mein Eindruck ist immer oder mein Verdacht ist immer, dass das auch natürlich sehr viel damit zusammenhängt, dass man zwar immer auf das Publikum schaut und das heranziehen und in die Häuser ziehen will, aber nicht auf sie zu geht und nicht raus geht aus den Häusern, nicht zu den Leuten geht, wo sie sind, in ihre Lebensrealitäten und so weiter. Und wir reden ja auch über eine Gesellschaft jetzt, Stand 2023, die völlig anders ist als 2013 beispielsweise und auch ganz andere Bevölkerungsgruppen miteinschließt, die im schlechtesten Sinne gar nicht irgendwie partizipieren an diesen ganzen kulturellen Angeboten. Da muss ich massiv was verändern und da hat mir jetzt quasi die Forschung noch nicht so viel Überzeugendes geboten.
Also ich hatte eher den Eindruck, dass Publikumsforschung als Ergebnis jetzt bei vielen Vorträgen hatte, dass es zwar Initiativen gibt und Projekte, aber die sind auch alle eben projektorientiert und befristet. Noch nicht so richtig klar wird, was lernen die Organisationen daraus für sich selbst und was verändern sie dann in dem Kontext und man eben so ein bisschen ernüchtert feststellen muss, dass es sich nicht über die zehn Prozent, die eben Kultur nutzen, hinausbewegt. Spannend finde ich - und da muss ich zurückblicken auf unsere Gründungsgeschichte. Ich war 2003, als wir Kulturmanagement Network gegründet hatten, in Australien und dort beim Verband der australischen Kulturmanager*innen zu einer Tagung und 2003, also vor 20 Jahren, war dort das Diskussionsthema das Post-Audience-Development. Und das hat mich schon damals schockiert, weil wir das Thema Audience-Development in Deutschland noch gar nicht auf dem Tableau hatten. Und jetzt nach 20 Jahren Audience-Development in Deutschland oder vielleicht noch eine kürzere Zeit, ich weiß gar nicht, wann das so richtig dann auf die Tagesordnung kam, eigentlich noch immer gar nicht über solche Dinge diskutieren wie in Australien vor 20 Jahren. Und das zeigt einerseits, wie weit man dort ist und über wie viele Dinge man nachdenken muss, die natürlich völlig andere Bedingungen im Kulturbetrieb haben. Und das wurde auch deutlich bei der Fachverbandstagung, denn es gab zwei englische Kolleg*innen, die über ihre Forschung, Publikumsforschung gesprochen haben, wo wirklich deutlich wurde, wie fundamental anders einfach auch die Bedingungen in Großbritannien sind, wie massiv das auch einwirkt auf die Einrichtungen, was ihre eigene Dynamik betrifft, wie flexibel die sein müssen, wie sie ständig sich neu erfinden müssen, das ist, da sitzt man manchmal da mit Leuten aus dem deutschen Kulturbetrieb und denkt, oh Gott, oh Gott, was ist da los, könnt ihr überhaupt normale Arbeit machen, aber es führt dazu, dass sie natürlich unglaublich viel Know-how haben, viel Wissen anhäufen, sehr viel flexibler sind, viel publikumsorientierter sind, was vielleicht in popkulturelles Dasein führen könnte oder nur in populäre Dinge führen könnte. Aber die Frage ist, was ist daran so, vielleicht so falsch und ist einfach auch, wenn man betrachtet, wie Social Media sich entwickeln, sind da ganz andere Nutzerkanäle entstanden, die eben völlig an der Kultur vorbeigehen und die eben die Leute viel massiver interessieren und attraktiver für sie sind als die Angebote im Kulturbetrieb und was bedeutet das dann für den Kulturbetrieb. Also von daher, die Fachverbandstagung war spannend und es war entspannt im Kontext dieser unterschiedlichen Tagungen, die ich besuchen durfte, aber ich hätte tatsächlich mal erwartet, dass man doch mehr in Dialoge kommt, jenseits der klassischen Kaffeepause.
Kristin Oswald:
Ich würde hier gern aber die Forschung dann doch noch mal ein bisschen in Schutz nehmen, aus verschiedenen Gründen. Zum einen, also zum einen, glaube ich, hast du so ein bisschen die zwei Ebenen vermischt, nämlich die Forschung im Sinne der Untersuchung dessen, was passiert und zum anderen tatsächlich den Status dessen, was passiert. Auf der Forschungsebene ist ja so ein bisschen das Problem, dass natürlich zum einen der Wissenschaftsbetrieb ebenso, wenn nicht sogar an manchen Stellen, fast noch schlimmer prekär ist als der Kulturbetrieb. Die Ich-bin-Hanna-Diskussion und das Wissenschaftszeitvertragsgesetz sind ein Riesenproblem. Und Kulturmanagement als Forschungsdisziplin ist natürlich in Deutschland auch noch nicht so alt. Und wenn man dann mal schaut auf die Frage, wer zum Beispiel solche Forschungsprojekte einfach finanziell fördert und überhaupt erst möglich gemacht, gibt es da noch nicht so viel.
Es gab jetzt erste Projekte tatsächlich zusammen mit der DFG, Birgit Mandels Projekt zur Theaterforschung zum Beispiel, aber grundsätzlich ist natürlich dieses Feld der Forschung auch dahingehend ein bisschen schlechter aufgestellt, weil ich sage mal, in den klassischen Geisteswissenschaften ist irgendwie Kulturmanagementforschung, na ja, das ist so ein bisschen das Stiefkind, muss man einfach sagen und gleichzeitig, wenn wir über kulturelle Teilhabe sprechen und ich finde, das wurde auf der Tagung sehr deutlich, sprechen wir über sehr anspruchsvolle Forschung. Da gehen wir so tief in die Soziologie rein, in die Statistik, in die Frage überhaupt der Erfassung von Lebensweisen, Lebensstilen, Interessen. Wie kann man, und das sehen wir ja auch in Bezug auf Diversität, Gruppen bilden, ohne gleichzeitig zu stark zu vereinfachen und solche Dinge und ganz oft gibt es entweder dafür schon Methoden, aber noch nicht die Leute, die sie umsetzen können, zumindest in der Übertragung auf den Kulturbetrieb oder es fehlen tatsächlich einfach noch die Methoden.
Ich sehe das beispielsweise ganz stark, wenn es darum geht, wirklich mal Impact von Kultur für die Gesellschaft zu erfassen. Genau, von daher glaube ich, muss man da die Forschung ein bisschen in Schutz nehmen, die Kulturmanagementforschung. Und ich finde, das, was vorgestellt wurde, war einfach total wichtig und man merkt, dass es da einen Austausch gibt und, das vielleicht noch als letzten Satz, ich glaube, oft ist es auch nicht so einfach, Kulturbetriebe zu finden, die mit der Forschung zusammenarbeiten. Wir sehen das in Bezug auf unsere Abschlussarbeitenbörse, wie wenig Themen da von Seiten der Kultureinrichtungen kommen, die Studis im Rahmen ihrer Forschung bearbeiten könnten und dass einfach diese Idee, diese Bereitschaft, sich auch für die Forschung zu öffnen, diese Impulse mitzunehmen, überhaupt diesen Transfer zu gestalten, ja auch umso schwieriger wird, je mehr sich die beiden Bereiche auseinander professionalisieren.
Julia Jakob:
Ich habe da auch immer so ein bisschen das Gefühl, dass das auch da natürlich wieder mit dem Selbstverständnis von öffentlichen Kultureinrichtungen einfach zusammenhängt und man irgendwie vielleicht auch eine andere Fehlerkultur in Zukunft braucht, weil all das, was durch die Forschung natürlich auch an Missständen erhoben wird und es dann halt wirklich harte, nackte Zahlen zu bestimmten Themen gibt, sollten weniger als etwas gesehen werden, was mit einem großen Scheitern des Hauses zu tun hat, sondern man an der Stelle einfach sagt, okay, so ist es bisher gewesen und so kann es in Zukunft nicht weitergehen, also nutzen wir doch einfach diese Datenerhebung jetzt dazu, um einen Anlass zu haben, es besser zu machen und wenn es dann nicht hundertprozentig besser wird, dann ist das auch okay, aber Hauptsache an der Stelle eine Veränderung in Gang bringt und nicht einfach darauf hofft, dass man weiterhin so gut vielleicht auch aufgestellt ist wie bisher und dass die Kürzungsdebatten Menschen oder Institutionen eher aus der freien Szene betreffen und aber eben nicht aus der öffentlich geförderten Kulturlandschaft. Und dass man da wiederum, du hast es jetzt auch schon mit den Studierenden angesprochen und der Abschlussarbeitenbörse, aber dieses Thema kulturelle Teilhabe und wie wichtig das ist und aber auch entsprechende soziologische Messmethoden oder generell auch Erhebungsmethoden viel stärker in das Studium mit reinbringt, weil bei mir gab es zwar ein Wochenendseminar zum Thema Kulturpublikum, Audience Development, aber das deckt natürlich nicht in Gänze das ab, was du eigentlich brauchst, wenn du dich damit dann auch in deinem Job und das muss ja keine forschende Tätigkeit sein, aber alle sollten irgendwie, die im Kulturmanagement arbeiten oder eben in Kultureinrichtungen tätig sind, ein Bewusstsein dafür haben, wie man bestimmte Dinge erhebt und was man dann auch daraus ablesen kann und wie wichtig das einfach ist, sich regelmäßig dazu beschäftigen.
Dirk Schütz
Letztendlich kann man ja auch sagen, das ist ja das Dilemma auch der Ausbildung im Kulturmanagement, die ist so breit aufgestellt, dass man sich ja nicht alles abdecken kann und auch da ist der Bezug zur Praxis auch nicht immer gegeben. Gleichzeitig hat man eben auch die Herausforderung, dass eben die Differenzierung in den Berufsbildern, die man dann vornehmen könnte, eben schwer als Studiengang abzudecken ist. Das macht es ebenso herausfordernd.
Kristin Oswald
In diesem Sinne, liebe Institutionen, schickt uns eure Themen für Abschlussarbeiten. Wenn ihr mal jemanden braucht, der eine Strategie für euch entwickelt, der mal ein bestehendes Format genauer unter die Lupe nimmt, der mal euer Publikum oder vielleicht auch euer Nicht-Publikum befragt oder irgendwie anders euch in Form einer tiefgründigen Untersuchung zur Seite stehen kann, dann schreibt uns. Wir schreiben das in unsere Abschlussarbeitenbörse aus.
Die funktioniert hervorragend. Wir selber schreiben dort auch Themen aus und haben inzwischen schon einige Studierende. Und wir bekommen von den Institutionen, deren Themen wir eingetragen haben, ganz oft super schnell die Rückmeldung, dass sich schon jemand gefunden hat, mitunter nach wenigen Wochen oder Monaten. Von daher, genau, schreibt uns eure Themen, auch wenn ihr Fragen dazu habt, wenn ihr vielleicht eine Inspiration braucht, was ihr anbieten könntet, dann meldet euch bei uns.
Liebe Studis, guckt natürlich rein, was wir haben und liebe Hochschulen, auch für euch ist das sicherlich ein interessanter Ansatz, auch die Frage, was zum Beispiel für Themen die Institutionen interessiert in so einem Kontext. Und das noch als Hinweis dazu, wir veröffentlichen auch Abschlussarbeiten, Bachelor, Master, studentische Arbeiten, die sich mit Kulturmanagement beschäftigen. Das heißt, alle, die das betrifft, meldet euch bei uns, meldet euch bei uns. Wir sind auf jeden Fall total interessiert daran.
Julia Jakob
Ja und vielleicht noch ergänzend dazu, zu dem Aufruf an die Institution, es gibt ja super viele Studierende, die sich genau für diese Themen interessieren, die dann auf eigene Faust, auf die Häuser auch zugehen und fragen, ist es in eurem Interesse, dass ich da was mache und die dann aber eben auch, weil ihnen im Studium entsprechende Kerninhalte einfach fehlen, wie man jetzt so eine Nichtbesucher*innenforschung beispielsweise aufstellt, dann etwas verzweifeln aufgrund der Datenlage, die sie dann da auf einmal auswerten müssen und es da glaube ich auch sehr viel hilfreicher wäre, wenn man weiß, okay, ich habe von der Institution selber Rückhalt, kann mich dort vielleicht auch, sofern es eine Audience-Development-Abteilung gibt, dann an die Person auch wenden, aber die Studis selber haben ja auch ein Interesse daran, weil sie natürlich mitbekommen, welche Themen für sie auch relevant sind und wie sie vielleicht selber im Kulturbetrieb in Zukunft arbeiten wollen und welche Missstände bis dahin gehoben werden müssen.
Dirk Schütz
Ja und letztendlich, wenn man das nochmal aus der Personalsicht und der Personalersicht sieht, ist es natürlich auch spannend, gerade durch solche Spezialisierungen, den Masterthemen, entstehen ja auch künftige Mitarbeiter*innen, die in sehr spezialisierten Thematiken dann auch in dem Kulturbetrieb arbeiten können. Am Donnerstag bin ich ja schon wieder auf dem Weg zum nächsten tollen Forum Theatercontrolling, was ja ein sehr spezielles Thema ist, aber wo man wirklich merkt und ich bin dort immer sehr sehr gerne, weil dort ein wunderbarer fachlicher Austausch stattfindet, der einerseits hochschullehre-forschungsgestützt ist und gleichzeitig eben extrem angebunden an den Betrieb ist, weil sich dort alle Ebenen eben auch treffen und sehr offen in einem geschützten Raum miteinander reden können, dass da eben auch Nachwuchs, der als Studierende in so ein Thema eingestiegen ist, irgendwann dann eben verantwortlicher Controller oder Controllerin in einem Theater dann ist und mit dem Know-how, was dann auch in solchen Foren oder mit solchen Arbeiten angehäuft wurde, dann eben tatsächlich im Betrieb auch etwas anfangen kann und Karriere machen kann, aber eben umgekehrt Einrichtungen auch helfen kann, sich in diesen Bereichen zu professionalisieren.
Kristin Oswald
So, liebe Hörer*innen, unser erster Podcast neigt sich dem Ende. Ihr merkt es wahrscheinlich, wir könnten noch wahnsinnig lange weitersprechen…
Julia Jakob
aber wir hätten sogar noch ein bisschen was auf der Agenda, aber das ist ja vollkommen okay.
Kristin Oswald
Und wir werden natürlich noch weitere Themen dann auch in den weiteren Folgen besprechen. Wir freuen uns sehr, dass ihr dabei wart bei unserem ersten Podcast. Wir wünschen euch eine großartige weitere Tagungssaison für dieses Jahr und vor allem freuen wir uns wirklich über euer Feedback und über jegliche Rückmeldungen, die ihr uns gebt für alles, was wir tun, denn nur damit können auch wir uns weiterentwickeln. Danke.
Julia Jako
Ja, auch von meiner Seite bis zum nächsten Mal hoffentlich. Es hat Spaß gemacht, auch mit euch beiden zu sprechen.
Kristin Oswald
Ausnahmsweise.
Julia Jakob:
Nein, das macht immer Spaß und ich habe gerade auch gemerkt, wie wichtig das für uns glaube ich so ist, da einfach eine gute Austauschplattform zu finden. Vielleicht stellen wir jetzt in Zukunft immer bei all unseren Gesprächen ein Mikro rein und gucken, was daraus wird. Olivier hat da dann bestimmt auch Freude.
Dirk Schütz
Ja, danke, dass ich dabei sein durfte. Viel Erfolg euch und uns damit natürlich auch. Ich freue mich auf die kommenden Ausgaben und die Themen, die dann besprochen werden. Ja, und hoffen natürlich, dass wir ganz viele und ihr vor allem viele Zuhörer*innen erreichen.
Julia Jakob und Kristin Oswald
Bis zum nächsten Mal!
Das war „Dienstags im Koi“ der Podcast von Kultur Management.net. Und wir hoffen, ihr schaltet auch beim nächsten Mal wieder ein. Über Feedback inhaltlicher Anregungen oder andere Kritik, freuen wir uns per Mail an: redaktion@kulturmanagement.net.
Bis zum nächsten Mal!