Kick-off Call - Insights aus dem Legal Workstream
Willkommen zum "Kick-off Call - Insights aus dem Legal Workstream" von ROHDE BAIER Rechtsanwälte. Unsere Podcast-Reihe bietet Insights aus erster Hand in die verschiedenen Phasen von M&A, PE und VC Transaktionen. Erfahre mehr über Themen wie Due Diligence, Vertragsverhandlungen, Unternehmensnachfolge und Dealmaking. Empfohlen für Anwälte, Investoren und Unternehmensführer, die einen fundierten Einblick in die rechtlichen Mechanismen von Mergers & Aquisitions suchen.
Kick-off Call - Insights aus dem Legal Workstream
Innovation durch Kooperation - Ein Gespräch zu Venture Partnering mit Dr. Tim Gegg (Mätch VC)
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Venture Capital Deep Dive! In der neuesten Ausgabe des Kick-off Call spricht Gründungspartner RA Dr. Johannes Baier mit Dr. Tim Gegg, Founding Partner und Managing Director von Mätch VC.
Innovationstreiber und Win-Win-Situation: Erfahrt in dieser Folge mehr zum zukunftsweisenden Ansatz des Venture Partnering, bei dem mittelständische Unternehmen und Start-ups durch gezielte Partnerschaften gemeinsam Innovation und Wachstum vorantreiben.
Let's get in touch:
Thorsten Rohde (LinkedIn)
www.linkedin.com/in/thorsten-rohde
Dr. Johannes Baier (LinkedIn)
www.linkedin.com/in/dr-johannes-baier
Dr. Tim Gegg (LinkedIn)
http://www.linkedin.com/in/timgegg
Website
www.rohdebaier.de
Ich freue mich sehr, heute bei uns Tim Gegg zu begrüßen, Founding Partner und Managing Partner von MätchVC. Heute zu einer, ich würde mal sagen, zu einem Venture Capital Deep Dive und ganz interessant, a Aber ich glaube, unser ganzes Gespräch heute hängt untrennbar zusammen mit vor allem auch deinen Erfahrungen im Mittelstand, freue mich sehr, dass du heute bei uns bist, lieber Tim.
Dr. Tim GeggJa, Johannes, vielen Dank für die Einladung, dass ich überhaupt hier sein darf. Ich freue mich sehr und bin gespannt, was wir in den nächsten Minuten so alles besprechen werden.
Dr. Johannes BaierJa, vielleicht was immer ganz Schönes, wenn unsere Zuhörer so ein bisschen erfahren. No-transcript. Also erzähl uns gerne so ein bisschen wie war so dein beruflicher Werdegang, und wie kommst du heute als jemand mit naturwissenschaftlichem Hintergrund zur Gründung eines Venture Capital Funds?
Dr. Tim GeggJa, also ich sage mal, der Grund, warum ich Maschinenbau irgendwann mal studiert habe, der war bei mir irgendwie mit 13, 14, 15 Jahren schon geebnet. Ich bin halt vom Fahrradschrauber nahtlos in den Mofa-Schrauber übergegangen, und die Technik und Verbrennungsmotoren haben mich die ganze Zeit interessiert. In der Familie hatten auch viele mit Motoren zu tun. Von dem her war mir relativ früh bewusst, ich will Maschinenbau studieren, und genau das habe ich dann getan, bin nach Karlsruhe gegangen, ins KIT, habe dort mein Studium durchgezogen, mich so zum Schluss schon ein bisschen in Richtung Verbrennungsmotoren spezialisiert, am KIT oder damals noch Uni Karlsruhe noch eine Promotion anzuschließen, und zwar im Bereich Verbrennungsmotoren.
Dr. Tim GeggIch war dort wissenschaftlicher Mitarbeiter, nicht wissenschaftlicher Mitarbeiter, hivi, im Endeffekt also studentischer Mitarbeiter, und es wurde jemand gesucht, der ein Drittmittelprojekt der Firma Stihl betreut. So bin ich zu Stihl gekommen, so bin ich zu den Verbrennungsmotoren nochmal viel tiefer reingestoßen und habe dann eben diese Promotion angeschlossen. Es war eine Drittmittelpromotion von Stihl, und von dem her war es dann relativ naheliegend, mit Ende der Promotion auch bei Stihl einzusteigen. Ich bin dort in der Vorentwicklung eingestiegen, war dann ein paar Jahre irgendwann dort in Entwicklung Verbrennungsmotoren also bis dahin absolut stringenter Karriereweg und habe dann eben zum Schluss in der Entwicklung bei Stihl die Verbrennungsmotorenentwicklung geleitet oder eine der beiden Verbrennungsmotorenentwicklungen.
Dr. Tim GeggJa, und wie der Zufall es so wollte, bin ich damals das erste Mal mit der Startup-Welt in Kontakt gekommen, und zwar wurde ich als Mentor von Stihl entsandt in ein Corporate-Startup-Programm, wo Stihl eben sich beteiligt hat. Und ich muss ganz klar sagen, da bin ich sofort infiziert worden. Also, da waren Teams teilweise waren es Stihl-Mitarbeiter, teilweise waren es einfach Talente aus der Startup-Welt Die haben versucht, neue Geschäftsmodelle für Stihl zu entwickeln. Das in einer enormen Geschwindigkeit, mit einer ganz anderen Herangehensweise, mit einer iterativen Herangehensweise. Man ist schnell rausgegangen zum Kunden. Also, ich war auf jeden Fall absolut infiziert Und hatte dann noch ein weiteres Mal sehr viel Glück, dass ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort war, weil die Familie Stihl hat in der Zeit entschlossen, dass sie einen neuen Bereich gründen möchte, einen Bereich, der sich um das Thema digitale Transformation kümmert, und hat für diesen Bereich drei Freiwillige gesucht.
Dr. Tim GeggIch habe mich relativ schnell gemeldet, habe dann einen der Zuschläge gekriegt, habe da mit ein paar Kollegen dann angefangen, diesen Bereich aufzubauen, und durfte den dann auch irgendwann leiten. Und als ich den leiten durfte, hatte ich im Endeffekt drei Aufgaben. Die erste Aufgabe war, im Stammhaus im Endeffekt das Thema digitale Transformation zu treiben, zu moderieren, zu koordinieren, also ja mal zwei Schlagwörter vielleicht, was ich dort gemacht habe, interne Softwareentwicklung aufgebaut, was so ein Maschinenbauer erstmal nicht hat und vielleicht auch nicht weiß, wie es geht. Ich habe versucht, das Thema Data Analytics mal ein bisschen auf stabile Füße zu stellen. Jeder hat darüber gesprochen, keiner wusste, was es ist, das Passwort ging durch alle Hallen, und wir haben einfach versucht, die ersten Use Cases aufzubauen, damit jeder merkt, dass Daten wirklich einen Benefit bringen, wenn ich die im Griff habe und wenn ich sie auswerte.
Dr. Tim GeggDas war im Endeffekt Job 1. Job 2, den ich dann nach einer Weile noch bekommen habe, war, ich durfte als Geschäftsführer die damalige Stihl Digital übernehmen. Heute heißt sie Stihl Ventures. Das war eine Gesellschaft, die Stihl gegründet hat, um sich in der Startup-Welt auch an Startups oder Venture-Capital-Funds beteiligen zu können, weil Stiehl relativ schnell auch gesagt hat, wir müssen irgendwie die Startup-Welt rein, da fahren einfach Züge ab, und wir müssen irgendwie auf einem mit drauf sitzen.
Dr. Tim GeggJob Nummer drei war dann auch wieder eine Konsequenz aus Job Nummer eins und zwei. Wir haben halt auch relativ schnell festgestellt, wenn es um neue Geschäftsmodelle geht, manche kann ich im Unternehmen einfach nicht selbst aufbauen. Also da steht mir die Governance im Weg, oder die Kompetenzen sind nicht vorhanden, oder die Prioritäten sind einfach anders. Ich kann sie nicht im Unternehmen aufbauen. Ich kann sie mit keinem Dienstleister draußen aufbauen, ich finde sie auch nicht in der Startup-Welt, ich muss es selbst wie ein Startup aufbauen. Und so kam es eben dazu, dass man gesagt hat, man möchte auch noch so einen neudeutschen Venture-Builder aufbauen, also eine Einheit nah an der Firma dran, aber doch ein Stück außerhalb, wo man im Startup-Modus Geschäftsmodelle entwickelt. Und ich sage mal die drei Jobs muss ich ganz klar sagen Venture Capital, venture Building und zwischendrin eigentlich noch das Thema Venture Partnering, dass ich mit Startups zusammenarbeite, das ich zwar nicht offiziell hatte, aber das sich automatisch ergeben hat.
Dr. Tim GeggDie drei Jobs, also dieses Thema Corporate Venturing, das war eine absolut neue Leidenschaft, die ich da gefunden habe, und darüber habe ich mich am Anfang so in der Startup-Szene Stuttgart natürlich sehr viel versucht zu bewegen.
Dr. Tim GeggDann war es auch irgendwann Baden-Württemberg, und dort hat sich eine Initiative gegründet, die versucht hat, corporates, startups und Wissenschaft, gleich Hochschulen auf einer Plattform zusammenzubringen. Ich habe mich da engagiert, habe es dann auch geschafft, dass die Firma damit eingestiegen ist, und bin so irgendwie immer tiefer in diese Startup-Welt reingerutscht. Und dort haben wir dann irgendwann festgestellt, dass das Fördern von Startups, dass diese Initiative, der Gründermotor getan hat, dass die super ist, fördern ist extrem wichtig, aber nach dem Fördern muss Finanzieren kommen, und so entstand die Idee zu dem Fund. Die war jetzt sehr naheliegend, haben andere Initiativen ja auch schon so gemacht. Das heißt, das war jetzt nicht etwas ganz Tolles, das wir erfunden haben. Wir haben es einfach uns abgeschaut, irgendwann letztendlich die Frage mir gestellt, warum nicht zu 100 Prozent das machen, was Spaß macht, und habe dann eben nach 19 Jahren entschieden, stil zu verlassen, und mit zwei Partnern zusammen diesen Venture Capital Fund aufgebaut. Das war so die Geschichte.
Dr. Johannes BaierSehr cool. Wir haben uns ja schon sehr häufig ausgetauscht, und ich finde das total spannend, weil deine Begeisterung für Venture Partnering nimmt mit. Ja, auch dieses Ganze ist es total mitreißend, auch gerade diesen, und auch der Titel unseres heutigen Podcasts, wozu wir sprechen, den du geprägt hast vor einiger Zeit schon und über den ich auch immer wieder oder an den ich immer wieder denken muss Innovation durch Kooperation. Und das ist ja eigentlich genau das. Also das ist ja letztlich die Storyline, die sich auch durch deine Karriere zieht, wo man die ja jetzt letztlich eigentlich nur darin münden konnte, dass man sagt, wie schafft man das dann eigentlich?
Dr. Johannes Baieralso Startups fördern, ja cool, und es gibt total viele Modelle, aber wie bringt man dann letztlich auch die PS auf die Straße, und wie wandelt man die ganze tolle Innovation, die passiert? wie wandelt man die dann auch um und schaut, dass es auf gut Deutsch kein Rohrkrepierer wird, und wie ist vielleicht auch der Appetit, der tatsächlich des produzierenden Gewerbes oder vom Markt auf Innovation? Also, was sind die Problemfelder, die gelöst werden müssen? Und ich glaube, da ist Venture Partnering eigentlich der entscheidende Schlüssel, weil ich meine, es gibt natürlich auch den ganz klassischen VC-Fund, wo wir vielleicht auch gleich noch so ein bisschen zur Struktur sprechen Wie seid ihr aufgestellt, weil da trifft wahrscheinlich das Klassisch dann schon eher und dann natürlich auch den klassischen Venture Builder.
Dr. Johannes BaierAber ich glaube, das Venture Partnering ist schon nochmal, wo wir später auch noch drauf zu sprechen kommen eine ganz spezielle Besonderheit, die ich auch sehr interessant finde, weil man da ja häufig sieht, es gibt eine Nachfrage aus der Industrie, und es gibt ein Startup, das genau diese Nachfrage irgendwie deckt, und im Zweifel geht es ja letztlich darum, die beiden zusammenzubringen, weil dann funktioniert das, und dann entwickelt sich daraus was total Tolles. Du hast uns schon so ein bisschen mit auf die, oder du hast uns auf die Reise mitgenommen. Dann wurde Match wie sie gegründet. Das habe ich gerade gesagt, weil also in deiner ganzen Begeisterung, wie du das beschreibst, würde man jetzt wenig sagen. Das ist jetzt die klassisch abgedroschene Karriere. Aber zum klassischen Begriff Match VC was ist Match VC? Also, match VC ist ein klassischer Venture Capital Fund von seiner Aufstellung. Das heißt, ihr habt so fürs Organisatorische, ihr habt hier eine klassische LP-Struktur. Wie funktioniert Match? Vielleicht verlieren wir dazu ein, zwei Sätze, um so ein bisschen zu verstehen, wo sind wir und können dann weitergehen?
Dr. Tim GeggJa, also, wie du schon gesagt hattest, wir sind ein ganz klassischer Venture Capital Fund, wie wahrscheinlich die allermeisten in Europa. Wir sind mit einer LP-Struktur aufgebaut, das heißt, investoren werden bei uns Limited Partner, also Kommanditisten einer in dem Fall MatchVC Fund1, gmbh und CoKG und sind da im Handelsregister dann eben als Kommanditisten eingetragen, mit einer Haftungseinlage von allen gleich 100 Euro, und im Endeffekt macht jeder Investor eine Kapitalzusage. Diese Kapitalzusage, die rufen wir nach Bedarf ab. Sobald wir eben Investments machen, rufen wir die Beträge dafür ab, und genauso werden wir dann im Gegenzug, sobald wir über Exit dann Erlöse erzielen, dann das Kapital auch wieder an die Investoren ausschütten. Wir haben es jetzt gesagt, also von der Struktur her völlig klassisch.
Dr. Tim GeggWir sind BaFin, reguliert, mittlerweile sogar über die EUWK, haben wir das europäische Zertifikat, weil wir einfach auch die Freiheit haben möchten, auch international in Europa Investoren aufzunehmen, wenn es welche gibt, die bei uns mitmachen möchten. Wir sind aber inhaltlich vielleicht nicht so ganz typisch der klassische Venture Capital Fonds. Das sieht man jetzt schon mal auf der einen Seite an unseren Investoren. Du hattest vorhin gesagt, ich habe so eine Leidenschaft für Venture Partnering. Ja, warum habe ich die? Weil ich glaube, dass Venture Partnering eine irrsinnige Beschleunigung der digitalen Transformation bringen kann.
Dr. Tim GeggWas heißt Venture Partnering? Firma plus Startup treffen sich auf Augenhöhe, machen gemeinsam Business. Beide profitieren dadurch, weil der andere Partner was mitbringt, was der andere nicht hat. Ein Startup hat vielleicht eine tolle Idee, ganz tolle Talente, hat eine irrsinnige Geschwindigkeit. Oftmals fehlt denen aber Marktzugang, kundensicht, denen fehlt manchmal auch einfach Kapazität oder Kapital, und manchmal fehlt auch der richtige Use Case, und das bringt der Mittelständler mit, und der Mittelständler, der ist auf der Suche nach Innovation, nach Talent, nach Technologie, und das hat wieder das Startup. Das heißt, eigentlich bringt jeder was in die Partnerschaft rein, was der andere nicht kann, und es bringt jeder was rein, was der andere sucht. Deswegen jetzt auch mein Wechsel in diesen, was er nicht kann, und es bringt jeder was rein, was der andere sucht. Deswegen jetzt auch mal ein Wechsel in diesen Venture Capital Fonds.
Dr. Tim GeggDas heißt, wir suchen jetzt auf der Investoren-Seite einfach Manager, familienunternehmer, familienunternehmen, die auch Lust haben, ihre Unternehmen mit den Startups zu verknüpfen, die das erkannt haben, dass, wenn sie mit Startups zusammenarbeiten, dass da was ganz Tolles entstehen kann. Daraus folgert sich dann schon mal wer kommt denn bei uns als Investor in Frage? Bei uns kommen da einfach die Mittelständler ganz toll in Frage, egal, ob es die Familien, unternehmen oder die Familienunternehmer sind. Ja, weil die haben einfach ganz kurze Entscheidungswege.
Dr. Tim GeggDas heißt, wenn ein Startup auf den Tisch legt, wird relativ schnell entschieden, ob man da was macht oder nicht. Wenn ich beim Konzern mit einem Startup auftrete und irgendwie in der dritten, vierten Führungsebene antanze, dann dauert es meistens ewig, bis überhaupt entschieden wird, ob man was zusammenarbeiten will. Und wenn entschieden wird, dass man es machen möchte, dann gibt es hinterher noch ein halbes Jahr Verhandlungen mit Legal und noch ein halbes Jahr Verhandlungen mit dem Einkauf und schon nichts getan. Mittelstand ist da wesentlich pragmatischer. Wenn es passt, dann wird einfach losgelegt.
Dr. Tim GeggDas heißt, wir haben ganz klar gefolgert wir wollen einen Fund machen, wo wir versuchen wollen, die Mittelständler in das Thema Venture Capital Fund mit reinzubringen, und das eben halt als Privatpersonen, aber auch Companies. Das ist unsere Besonderheit auf der Investorenseite. Dann haben wir auch noch eine Besonderheit auf der Startup-Seite. Da sind wir mit Sicherheit nicht alleine, die das machen, da gibt es auch andere, die machen das auch schon ganz toll.
Dr. Tim GeggWir wollen unseren Startups nicht nur Geld bieten. Wir wollen den Startups natürlich das Geld geben, damit sie über die Runden kommen, aber wir wollen ihnen einfach auch Kundenzugang geben, und da sind eben unsere Limited Partner, also unsere Investoren, und deren Unternehmen sind halt die potenziellen Partner. Das heißt aber auch schon, wir investieren nur in Dinge, die unser Limited Partner Netzwerk interessiert, und wir glauben halt, dass durch diese Vernetzung unserer Portfolio Startups mit unseren Investoren kommen die Investoren besser durch die digitale Transformation oder generell durch die Transformation, und auf der anderen Seite werden die Startups einfach nochmal massiv beschleunigt, indem die Kunden oder teilweise auch wirklich Pilotkunden bekommen, also wirklich die ersten Kunden, und dadurch hebeln wir quasi den Wert, den wir eh erzeugen wollen, nochmal, indem eben da in diesem Kreis auch Business stattfindet.
Dr. Johannes BaierJa, das finde ich sehr spannend, und das begeistert mich auch total an dem Konzept. Vielleicht nur kurz du hast gerade angesprochen, dass mit einem Großkonzern dann noch ein halbes Jahr mit Legal verhandeln müsste. Natürlich nicht, wenn Rote Bayer am Start wäre.
Dr. Johannes BaierDas ist ja, eh klar, habt ihr dich vergessen, sorry, genau das wollte ich nur nochmal klarstellen, aber ich glaube, das ist ja auch den Zuhörern geläufig. Spaß beiseite, aber ich glaube, das ist nämlich gerade auch die Besonderheit, weil jeder Europäer kennt die blaue Banane auf der Landkarte, wo man sagt, wo sind eigentlich die Hidden Champions, die sich jetzt vielleicht von wo wir heute gerade aufnehmen, vielleicht so am oberen Ende von Frankfurt, durchzieht, übers Ländle bis in den oberbayerischen Raum rein. Und ich glaube, das ist auch für mich ein ganz spannender Faktor, was euch unabhängig jetzt von der organisatorischen Struktur meines Erachtens total unterscheidet von vielleicht anderen ich sage mal in Anführungsstrichen Mitbewerberfonds und von deren Struktur, weil man ja auch häufig sagt also man kennt die Diskussion ja häufig dass man sagt Angel-Investor versus VC-Fund, wen hole ich rein, und wer fördert dann tatsächlich am Ende vom Tag das Startup? Also, wo steht man als Gründerteam am Ende vom Tag besser da, was für Synergien kann ich ziehen? Wo man dann wahrscheinlich auch häufig fairerweise sagen muss wenn ich einen Angel habe oder ein Family Office, die tatsächlich ein Thema haben oder die gut vernetzt sind in einem Kosmos, dann kann das für mich als Startup der Hebel sein.
Dr. Johannes BaierBringt das vielleicht im ersten Moment mehr Kohle und ist mein Fundraising größer? und dann mein LinkedIn oder sonst wo Post? vielleicht gar nicht mal unbedingt. Aber die Nachhaltigkeit meiner eigenen Idee und die eigene Entwicklung, die ist halt viel stärker.
Dr. Johannes BaierUnd das finde ich total spannend, dass man bei euch natürlich, weil nicht umsonst ist der deutsche Mittelstand der Motor unseres aktuellen Wohlstands, um den wir alle kämpfen sollten. Und auch da sieht man wieder wir hatten es an anderer Stelle schon mal gesagt der Mittelstand ist total entscheidungsfreudig, weil man eben gerade kurze Wege hat, und ich glaube, da kommen so viele. Wenn man jetzt mal so diesen Strauß nimmt, dann kommen da relativ viele gute Punkte zusammen.
Dr. Johannes BaierNämlich im Mittelstand erkennt man total schnell wir haben keine riesengroßen Strukturen, wir sind nicht über die ganze Welt global verteilt. Das heißt, wenn bei uns zwei, drei große Zulieferer ihr Geschäftsmodell umstellen, müssen wir uns Gedanken machen oder wir nicht mehr wettbewerbsfähig sind. Sind wir nicht digital so weit, dass wir mit unseren großen Kunden zusammenarbeiten können, kommen wir ziemlich schnell an ein Problem, und da dann zu sagen aus diesem Gedanken heraus hat man ja dann eigentlich so ein bisschen einen Angel oder ein kleineres Family Office hochskaliert, hat ein Mittelständler, der sagt du, klar, geben wir Geld. Aber wie du auch schon sagst, die Synergie kommt eigentlich durch uns, durch das, was wir mitbringen, durch das, was wir 10, 20, 30, 40, 50, 100 Jahre machen.
Dr. Tim GeggAlso, da sprichst du was Wichtiges an. Also, viele Startups suchen sich ja vor allem in der Frühphase Business Angel, die dann ähnlich wie wir nicht nur Geld mit in die Partnerschaft bringen, sondern halt auch Netzwerke und Expertise mitbringen. Und da wir im Endeffekt diese Leute bündeln, agieren wir quasi so ein bisschen wie ein Multi-Business Angel, was bei uns noch mit dazukommt, was wir mit unseren Investoren immer absprechen wir möchten, dass unsere Investoren bei uns mitarbeiten, und haben dann auch das Gentleman Agreement mit allen, dass sie so ein bis zwei Tage pro Jahr zur Verfügung stehen. Und zwar für was? Zum einen, wenn wir ein Startup haben, wo wir wissen, da kann einer von unseren Investoren ganz genau nachfühlen, ob da alles passt, dann binden wir die schon mit ein, oder wir binden sie ein, dass sie ihr Netzwerk zur Verfügung stellen, dass sie ein Intro in ihr Unternehmen machen, und da ist dieser Zugang meistens in den Gesellschaftskreis natürlich Gold wert.
Dr. Johannes BaierJa vielleicht du. Es gibt ja da schon auch das ein oder andere gute Beispiel auch, wo sich so ein Venture Partnering relativ gut ergeben hat. Ich glaube, das würde es vielleicht relativ deutlich machen, was eher auch schon oder ich sage mal, was im weiteren Sinn ja auch schon über den Schreibtisch ging, wo man wirklich sehen kann okay, da geht es eigentlich um viel mehr als ein 500k-Ticket, dass man sagt, ihr könnt jetzt die nächste Iteration eurer Produktion angehen, sondern wo man wirklich sieht, wo es sehr greifbar wird.
Dr. Tim GeggAlso, ich kann da einfach mal zwei Beispiele nennen von Investitionen, die wir jetzt gerade mit MatchVC durchgeführt haben. Das eine, ein Startup aus Offenburg, dino. Die digitalisieren im Endeffekt die betriebliche Altersvorsorge, nehmen dabei komplett die Vermittler raus, dadurch natürlich auch die Vermittlungspromission, die ganzen Provisionen, die diese Versicherungsvertreter bekommen, und dadurch haben Mitarbeiter hinterher einfach bis zu 60.000 Euro mehr Rente. Das ist jetzt natürlich ein Modell, das viele Mittelständler brauchen, weil sie noch kein eigenes haben, sich irgendwo mit dranhängen und dadurch zum einen die Attraktivität ihrer Firma steigern können, indem sie das anbieten, und zum anderen, was natürlich genauso wichtig ist, durch das, dass das hinterher alles digitalisiert ist, ist auch der interne Aufwand minimal gegen das, was heute an Aufwand entsteht.
Dr. Tim GeggIn das Startup haben wir investiert, und dieses Startup hat jetzt in unserem Limited Partnerkreis auch schon Kunden gefunden, und dadurch kommt natürlich das Startup jetzt schneller voran, und der Wert des Startups steigt dadurch natürlich auch. Das ist jetzt eher so. Ich sage mal im Bereich Enterprise Software ein Thema. Anderes Beispiel, das natürlich gerade für die Maschinenbauer super passt wir haben jetzt erst vor kurzem in ein Startup investiert, die digitalisieren die Montage. Die haben einen digitalen Prozess zur Erstellung von Montageanleitungen erstellt. Also, wenn irgendein Produkt in der Entwicklung im CAD konstruiert wird, dann muss ich irgendwann, wenn das Produkt in Serie geht, daraus eine Montageanleitung für mein Produktionsband machen.
Dr. Tim GeggDas ist heute in den allermeisten Firmen ein sehr manueller Prozess, wo ich im Endeffekt über Screenshots aus dem CAD dann mir so eine Montageanleitung in Word, in Excel, in PowerPoint baue, und dann geht die ans Band. Sehr großer Aufwand, sehr fehleranfällig. Wenn ich eine Revisionsänderung der Zeichnung habe, mache ich das ganze Spiel wieder neu. Die digitalisieren, das haben noch eine unterstützung mit drin. Das heißt, vieles der montageanleitung entsteht jetzt auch automatisch, ist natürlich ein super thema, das bei uns zu einigen investoren passt, weil wir haben ja da ein paar maschinenbauer mit dabei. Das heißt da, dass es da dieses investment erst vor kurzem war, finden jetzt die ersten gespräche mit unseren, mit einigen unserer Investoren statt, und ich gehe mal davon aus, dass in drei, vier Monaten spätestens der Erste das in seiner Montage einsetzen wird.
Dr. Johannes BaierJa, das ist tatsächlich sehr spannend, weil daran sieht man auch ganz deutlich, was wir zuvor schon so ein bisschen beleuchtet haben. Wenn du natürlich einen reinen Finanzinvestoren hast, völlig wertungsfrei an dieser Stelle, aber wenn du einen reinen Finanzinvestoren hast, dann kann der im Zweifel mit dem Produkt selbst relativ wenig anfangen. Wenn du aber natürlich selbst einen Maschinenbauer hast, und es wird dann investiert in jemanden, der dir eine Montageanleitung macht was ja, glaube ich, nach meinem Laienverständnis das ist ja das täglich Brot wenn das vernünftig flutscht, läuft die ganze Produktion, ergo alle Synergien in alle Richtungen. Und wenn du da natürlich daran sieht man sehr deutlich, und kommen wir auch wieder zu deinem geflügelten Satz zurück oder zu deinem geflügelten Begriff zurück Innovation durch Kooperation, weil man ja letztlich, was passiert als Mittelständler, spart man sich letztlich dieses.
Dr. Tim GeggIch miete mir jetzt die bunte Villa an. dort setze ich viele Künstler, kreative und Techies zusammen und die müssen sich dann künstlich Gedanken machen und mir dann was vorstellen sondern es passiert eher so ein bisschen on the go, und ich sage was ist unser?
Dr. Tim GeggProblem worin investieren wir, wie arbeiten wir zusammen, und eigentlich ist es ja ein Win-Win-Win für alle. Also das mit der Villa, das du da gerade angesprochen hast, das kann man natürlich auch tun. Also das ist aber in meinen Augen so die Königsdisziplin im Bereich Venturing, weil, wenn ich wirklich anfange, selbst im Startup-Modus zu arbeiten, in der Firma oder nah an der Firma, dann brauche ich dazu einfach einen sehr, sehr langen Atem, weil das, was draußen in der Startup-Welt passiert, dass halt ein von zehn Startups dann wirklich erfolgreich werden und das dann halt auch eine Weile dauert, das passiert dann halt intern. Und wenn ich das selbst mache, dann habe ich zwar 100% Einfluss auf das, was da passiert, aber ich habe 100% Einfluss auf das, was da passiert, aber ich habe 100% Risiko und trage damit natürlich auch 100% der Kosten.
Dr. Tim GeggUnd wenn ich sowas mache, dann brauche ich einfach einen langen Atem. Also, ich muss eigentlich von vornherein sagen okay, ich stelle halt mal einen Betrag X für 5 Millionen zur Verfügung, und dann legen wir los, und das im ersten Schritt zu tun, halte ich für nur bedingt sinnvoll, muss ich ganz ehrlich sagen. Es gibt schon Firmen, wo das vielleicht ganz gut ist, weil da der Mindset schon passt, da kann man das tun, aber bei vielen passt das halt am Anfang nicht. Und da ist das Thema Venture Partnering, oder manche nennen es ja auch Venture Clienting. Dass ich einfach gemeinsam Business mache, ist da einfach ein toller Weg. Ich muss natürlich das nehmen, was da ist. Ich kann nicht beeinflussen, was ich da habe.
Dr. Tim GeggAber auf der anderen Seite trage ich relativ wenig Risiko, weil wenn ich in so ein POC mal einsteige, in so ein Proof of Concept, dann kostet mich das ein paar Stunden Zeit, und es kostet mich ein bisschen Geld, weil das Startup muss ich ja bezahlen. Aber wenn es dann nichts wird, dann ist es, das muss ich ganz klar sagen. Also in Richtung Transformation meine Erfahrung bei Stihl den größten Impact haben wir erzeugt, indem das Stammhaus mit Startups zusammengearbeitet hat, indem das Startup wirklich innerhalb der heiligen Mauern unterwegs war, dort ihre Technologie gelassen hat und dadurch aber halt auch Einfluss auf die Unternehmenskultur nimmt, automatisch.
Dr. Johannes BaierAutomatisch. Ja, wie ist denn das? wie funktioniert denn aus deiner Erfahrung heraus da die Kultur zusammen? Weil wenn man sich jetzt so klassischerweise, in Klischees gedacht, den schwäbischen Mittelständler vorstellt, größeren Mittelständler, also wir sprechen, ja wir sprechen wahrscheinlich so, wenn man vom klassischen Mittelstandsunternehmen angeht, irgendwas von einem größeren zweistelligen Millionenbetrag Umsatz bis einem größeren dreistelligen Millionenbetrag Umsatz. Und dann kommt da so junges Berlin ums Eck, der sagt, ich habe eine coole Idee, lass mal machen. Wie funktioniert denn da die Zusammenarbeit? Das ist vielleicht auch ganz spannend aus deinem täglichen Doing raus. Also die beiden, zwei Welten, die man da zusammenbringt. So in der Vorstellung zumindest ist das so.
Dr. Tim GeggIrgendwie. Ja, auf der anderen Seite gibt es da von der DNA her eine mega große Überschneidung, weil egal, ob der Gründer jetzt vor 40 Jahren seine Firma gegründet hat oder heute gründet. Also gerade so, wenn ein B2B-Startup-Gründer auf einen Corporate-Gründer trifft, das ist 90% gleiche DNA. Der eine spricht halt ein bisschen mehr Englisch, so der Motto. Also da muss man vielleicht gar nicht so viel tun, aber wichtig ist halt, beide Seiten müssen irgendwie aufeinander zukommen. Also, was wir halt auch immer machen, wir erklären halt dem gerade so die Startup-Gründer, die direkt von der Hochschule kommen, die noch nie beim Corporate gearbeitet haben, denen muss man schon erklären, warum es die Prozesse gibt, und dass es gut ist, dass es die Prozesse gibt, und dass sie Zeit brauchen und und und dass die einfach da ein bisschen Geduld mitbringen, gerade im B2B-Bereich.
Dr. Tim GeggUnd auf der anderen Seite muss man natürlich auch oder kann man auch die Corporates vorbereiten, indem man sagt okay, wir bringen euch jetzt da ein Produkt, aber das ist jetzt noch keine zehn Jahre in Serie, und ja, ihr geht schon auch ein kleines bisschen Risiko mit, aber ihr könnt halt auch ein bisschen mit beeinflussen, wo es hingeht. Und da muss man die Leute schon so sanft miteinander zusammenbringen. Und wenn da ich sage mal so Übersetzer zwischendrin sind, wie es ja so viele Startup-Hubs auch tun, so Inkubatoren, acceleratoren oder Innovation Labs, die da versuchen, zwischendrin vermitteln, ist das bestimmt kein Fehler. Ich glaube aber, die allergrößte Voraussetzung ist, dass das Top-Management des Corporates das bedingungslos will, am besten halt die Gesellschafter. Wenn ein Top-Management unmissverständlich allen immer wieder klar macht, dass man diese Kooperationen will, dass man diese Kooperationen auch als Innovationshebel sich erschließen möchte, und dort halt genauso mal scheitern wird, wie man es in der internen F&E halt auch tut, ich glaube, dann ist das schon mal die allergrößte Voraussetzung. Also, man braucht diese schützende Hand des Top-Managements und das Top-Management das immer wieder wiederholt, dass es einfach wichtig ist.
Dr. Johannes BaierJa, ich glaube, das ist ein ganz guter Stichpunkt, weil ich glaube, transformation und vor allem, wenn man also Stichwort Twin Transformation, wenn man die auf dem Schirm hat, dann funktioniert die eben nicht nur dadurch, dass man sagt, man setzt jetzt ein cooles Start-up-Programm auf, sondern ich glaube, das ist tatsächlich auch, was wie du schon sagst, was ins Top-Management kommen muss, dass man, glaube ich, einen Blumenstrauß an verschiedenen Möglichkeiten hat und dass es total tolle Chancen sind, die sich dadurch ergeben, wie man auch die eigene Transformation angehen kann, weil es sicherlich so ist, wer die Tore für immer verschlossen lässt und sie sonntags abkärchert, aber sonst sagt, wir machen das hier schon seit 80 Jahren sehr gut, wir brauchen keine Einflüsse von außen, die werden, wenn sie jetzt nicht gerade ein High-End-Luxus-Produkt machen, für was man sie möchte, werden da wahrscheinlich noch auf größere Herausforderungen stoßen.
Dr. Johannes Baierwie jemand, der sagt, ich öffne mich Gerade im Mittelstand, gerade wo man sagt, meine, ich bin vielleicht noch gar nicht irgendwo börsennotiert, ich habe dieses. also es kommt tatsächlich noch eine geschäftsführende Gesellschafterin. ein geschäftsführender Gesellschafter ist im Management und leitet auch das Unternehmen, die dann halt sagen du im Zweifel, haft dich mit meinem Privatvermögen. Also, ich muss schauen, dass das läuft.
Dr. Tim GeggJa, also halte ich für extrem wichtig. H und dass das läuft, ja, also halte ich für extrem wichtig Habe ich auch immer davon profitiert. Durch diese Rückendeckung Und was natürlich an der Stelle immer so ein bisschen schwierig ist, die ganzen Hidden Champions, die irgendwo in der Nische über 30, 40, 50 oder 100 Jahre zum Champion geworden sind, deren Erfolgsgeheimnis war halt sehr oft, dass sie in der Nische fast alles selbst gemacht haben und das aber auch mit niemandem geteilt haben. Also, wenn ich mir jetzt nochmal Stihl angucke bei Stihl gab es die Herausforderung, ein Einspritzsystem für Motorsägen zu entwickeln. Da hat man versucht, mit Lieferanten zusammenzuarbeiten, und irgendwann hat man halt festgestellt, das System, das gibt es nicht auf dem Markt, da hat man es halt selber gemacht, und das war halt das Erfolgsgeheimnis von ganz vielen, die in irgendeiner Nische alles perfektioniert haben. Jetzt kommt der technologische Wandel.
Dr. Tim GeggViele Geschäftsmodelle, die früher rein Hardware waren, die kriegen jetzt irgendwie eine digitale Komponente oder werden digitalisiert, und plötzlich werden Fähigkeiten notwendig. Die sind dort nicht vorhanden, die sind in Firmen nicht vorhanden, sind in Firmen nicht vorhanden. Die Zeit, die aufzubauen, die gibt es nicht, und zweitens würde ich wahrscheinlich die Mitarbeiter überhaupt nicht in meine Firma kriegen, die ich dafür bräuchte, selbst wenn ich die Zeit hätte. Das heißt, ich muss gucken, dass ich mich plötzlich öffne und auf die vertraue, die es können, und das waren halt früher oftmals Lieferanten. Also, dass man Innovationen mit außen macht, das gibt es natürlich schon überall. Man arbeitet mit Hochschulen zusammen, man arbeitet mit Lieferanten zusammen, man arbeitet mit Dienstleistern zusammen, die spezialisieren. Aber das, was jetzt halt die Startups bringen, das ist halt was komplett Neues, weil die halt wirklich in Technologien unterwegs sind. Da hat halt unter Umständen mein Standard F&E-Dienstleister auch noch keinerlei Erfahrung oder nur wenig Erfahrung, und deswegen wird es jetzt so notwendig, irgendwie in diese Welt mit reinzugehen und dann mit dem Besten aus allen Welten halt neue Geschäftsmodelle auszubauen oder halt intern Prozesse zu optimieren. Oftmals auch ein guter Grund, ja cool.
Dr. Johannes BaierIch glaube, das ist vor allem auch wirklich ein wichtiger Grund, weil bestehende Strukturen hinterfragt man ja tatsächlich sehr viele Lösungen, die vielleicht einen viel größeren oder einen sehr großen Impact liefern, versus. es ist zwar jetzt visibel, dass irgendwas neu ist, bis es aber implementiert ist und läuft, hat man natürlich auch eine gewisse Zeit und Anlauf und vielleicht auch andere Reibungen. Jetzt haben wir total spannend. jetzt haben wir letztlich auch so im Wesentlichen auf anonymer Basis über die, ja letztlich über die Kommanditisten, also die Investoren gesprochen, die ihre Kapitalzusage gegeben haben, nämlich fairerweise den klassischen Mittelständler, wie man ihn kennt. Wo steht ihr gerade mit MatchVC? und vielleicht auch, was ist der Ausblick, was passiert in Zukunft, und wo wollt ihr hin? Wir hatten es vorher an der Firmierung von der aktuellen Struktur gehört, da ist auch schon eine Eins mit drin. Also, was sind so die Themen, die in Zukunft kommen? was passiert da? wo steht ihr vielleicht auch organisatorisch, personell? Wir beide haben uns ja kennengelernt über eine sehr geschätzte Kollegin, die Anne. Also was passiert?
Dr. Tim Geggbei euch. Also, wir sind im Moment für den Fonds 1, also deswegen das Fund 1 natürlich im Firmennamen nach wie vor auf der Investoren-Suche. Wir hatten uns mal das Ziel gesetzt, 35 Millionen zusammenzukriegen. Wir stehen jetzt so knapp bei 30, haben um die 40 Investoren, die jetzt schon fest im Fund mit drin sind, und versuchen jetzt eben von den 30 noch in Richtung 35 bis maximal 55 zu kommen bis zum Ende des Jahres. Bei den Investoren, die wir heute haben du hattest gerade auch nochmal gesagt, viele Mittelständler mit dabei. Also wir haben die Firma Trumpf mit dabei, wir haben Festo mit dabei, Vektor Informatik, also Volksbank Laar Und dann noch ganz viele Manager, Business Angels, also den Peter Zirn, ehemaliger Kollege von Wirt, jetzt bei Sto und Peri im Aufsichtsrat, Kollege von WIRT, jetzt bei Sto und PERI im Aufsichtsrat. Joachim Drees, ehemaliger CEO von MAN, den wir mit an Bord haben, den Michael Bolle, ehemaliger CDO von Bosch, jetzt in der Zeiss-Stiftung engagiert. Auch wir haben es auch geschafft, ein paar Startup-Gründer mit reinzukriegen, zum Beispiel Florian Reinhers vom Startup Vifarian in Freiburg, die ihr Startup gerade an Tesla verkauft haben Und versuchen, so einfach ein ganz breites Spektrum an Kompetenzen und aber auch unterschiedlichen Netzwerken eben zusammenzufügen und versuchen, da jetzt halt noch weitere Leute für unseren Fund zu gewinnen.
Dr. Tim GeggGanz wichtig unser Anker-Ininvestor ist die L-Bank. Die hat uns wirklich vom ersten Pinselstrich an super unterstützt Und hat uns geholfen, auch die ganze legale Struktur aufzubauen, auch die ganzen legalen Dokumente aufzubauen, Weil wir eben von vornherein den Anspruch hatten, einen ganz klassischen Fonds aufzubauen, mit wenig Schnickschnack dran, so wie es andere auch tun, mit Terms, die einfach marktüblich sind, um da einfach auch eine größtmögliche Vertrauensbasis zu schaffen, vor allem in Richtung der Investoren, die das erste Mal in die Venture-Capital-Welt gehen. Und da ist natürlich dieses L-Bank-Approved-Stempelchen das war im Moment auf unseren Dokumenten haben echt, echt Gold wert. Ja, das ist jetzt so die kurzfristige Perspektive. Dann wird der Fund in Summe zehn Jahre laufen.
Dr. Tim GeggDas heißt, da sind wir eine Weile aktiv, Aber an dem Eins du hattest schon darauf hingedeutet ich meine, unser Ziel ist natürlich, jetzt hier irgendwie so in 5 bis 8 Jahren den Folgefonds dann aufzubauen und über den Fonds 1 natürlich das Thema Venture Capital im Mittelstand noch präsenter zu machen und noch mehr Mittelständler an das Thema heranzuführen, sodass wir vielleicht für den Fund 2 einfach noch weitere Mittelständler gewinnen können, die da mit rein investieren. Und ja, dann werden wir mal schauen, ob das in fünf Jahren so hinhaut. Ich denke, die Zeichen stehen ganz gut.
Dr. Johannes BaierCool, ja, sehr cool. Ja. Vor allem ist auch habe ich auch schon rausgehört, gerade so vom da hatten wir auch schon drüber gesprochen gerade so von der lokalen Aufstellung, seid ihr ja gar nicht. Wir hatten jetzt gerade schon so ein bisschen über die blaue Banane gesprochen, seid ihr ja gar nicht so. Also, daran seid ihr ja gar nicht gebunden.
Dr. Johannes BaierLetztlich und ich glaube, das ist auch, was, was es so spannend macht, weil wir das Rückgrat der deutschen Wirtschaft ist der Mittelstand und ist der starke Mittelstand, Und diesen Rückhalt, den haben wir deutschlandweit, und den haben wir auch in vielen anderen Ländern, gerade im Dachraum, wo ja die Struktur sehr ähnlich ist, Und da hattest du ja auch schon angesprochen, da möchte man auch national, vor allem also bundesweit, aber auch international sei der ja da offen irgendwie und würdet es da auch gerne ausrollen, und ich glaube, da ist es eine Struktur, die da sehr gut funktioniert, vor allem auch, weil ihr auch gerade im Mittelstand dann auch sehr viel über Vertrauen und auch man hat ja immer zum Glück dieses schöne Leitbild des ehrbaren Kaufmanns herrscht, wo man sagt Mensch, wenn die das gemacht haben, und da zählt halt ein Handschlag noch was.
Dr. Tim GeggAlso dazu vielleicht zwei Punkte. Zum einen ja, wir sind im Moment hauptsächlich in Baden-Württemberg unterwegs. Das liegt aber im Endeffekt daran, dass wir drei General Partner unser Netzwerk natürlich in Baden-Württemberg haben. Aber eigentlich geht es uns darum, wirtschaftsregionen zu erschließen, sie so ticken, und das ist völlig egal. Ob Wirtschaftsregionen zu erschließen, die so ticken, und das ist völlig egal, ob ich mich jetzt in Hessen, in Rheinland-Pfalz, in Bayern, vorarlberg, schweiz bewege, da tickt die Welt ja ähnlich. Das heißt, wir sind da schon dabei, jetzt auch mit potenziellen Investoren vor allem in Bayern, vorarlberg und in Hessen zu sprechen, um da einfach ja, ich sage mal, noch mehr Leute mit dazuzukriegen. Von der Startup-Seite her sind wir eh komplett frei.
Dr. Tim GeggUns geht es ja nicht darum, tolle Startups aus Stuttgart oder aus Baden-Württemberg oder aus Karlsruhe zu finden, sondern uns geht es ja darum, Lösungen für unsere Investoren zu finden, und die Lösung der Probleme unserer Investoren hört halt an keiner Stadtgrenze oder Landesgrenze auf. Das heißt, wir haben uns für ganz Europa entschieden, bewusst nur Europa, weil es sonst einfach aus rechtlichen Aspekten für uns als kleines Team unüberschaubar wird. Deswegen haben wir uns ganz klar für Europa entschieden, auch wenn wir auch wieder eine Netzwerkgeschichte davon ausgehen, dass wahrscheinlich hinterher so 70 Prozent der Startups werden eher aus Süddeutschland kommen, weil da halt auch wieder unser Netzwerk sehr stark ist das auch zu begleiten, was da noch so passiert, was da noch so für Themen aufkommen.
Dr. Johannes BaierUnd, lieber Tim, dann bedanke ich mich recht herzlich für deine Zeit, hat großen Spaß gemacht. Und dann hätte ich gesagt zurück an den Schreibtisch und let's rock.
Dr. Tim GeggJa, ich danke dir auch vielmals nochmal für die Einladung und hat mich sehr gefreut, hat mir auch sehr viel Spaß gemacht. Cool, danke dir.